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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
In einem der trockensten Gebiete der Welt
Am Morgen flog ich von Santiago in Richtung Calama im Norden Chiles ab. Knappe 2 Stunden später landete unser Flieger in einer anderen Welt. Doch zuerst musste ich noch eine sehr unangenehme Landung erleben: Offensichtlich war der Wind sehr stark, so dass die Maschine laufend absackte, sich wieder auffing und laufend von links nach rechts kippte. Ich war schon lange nicht mehr so froh, endlich am Boden zu sein!

Der Flughafen von Calama liegt inmitten einer Wüste, keine Pflanzen und kaum Spuren von Wasser sind hier. Der Flughafen ist sehr modern und absolut sauber, da zeigt sich das viele Geld, welches Touristen in diese Gegend bringen. Ausser dem Tourismus gibt es nur noch wenige Minen, sonst ist aber kein Geschäft zu machen.

Auf dem Weg vom Flughafen zu meinem Hotel in San Pedro de Atacama sah ich den Grund für den unruhigen Anflug: Viele Windturbinen erzeugen hier Strom, welche von den vielen Hotels gerne abgenommen wird. Die Fahrt dauerte etwa 90 Minuten, gegen 16 Uhr war ich im Hotel. Dazu gibt es noch eine Geschichte zu erzählen.
Ich wollte im Tierra de Atacama buchen, sobald ich von Burma zurück war. Es war nur noch ein Zimmer für eine Nacht verfügbar, also buchte ich nebenan, im Cumbre für fünf Nächte. Vorgestern erhielt ich eine Mai, dass sie leider für die beiden ersten Nächte ausgebucht waren und sie mich statt dessen für die ersten beiden Nächte ins Tierra umbuchen würden. Als Entschädigung für die Unannehmlichkeit offerierten sie mir für meinen ganzen Aufenthalt ein gratis Nachtessen. Das lasse ich mir doch gerne bieten! CHF 300 statt 850 pro Nacht sind doch ein Deal.

Eine Sicht in Richtung Süden, sogar einige wenige Pflanzen sind neben der Strasse zu sehen. Diese müssen über herausragende Fähigkeiten der Speicherung von Wasser verfügen, die Niederschläge in der Atacama Wüste sind mit 12 mm pro Jahr sehr rar und eine Pflanze muss hier eigene Strategien erfinden.

Fast schwarze Steine liegen hier am Boden. Barfuss möchte ich hier nicht gehen müssen. Obwohl diese Stelle auf etwa 3’300 m.ü.M. liegt, lag die Temperatur doch bei nahezu 30 Grad. Die Sonne brennt zudem vom wolkenlosen Himmel und heizt während des Tages die Steine massiv auf.

Von meinem Zimmer aus habe ich eine hervorragende Aussicht: Das Hotel liegt am Rand des Dorfes, wo nur etwas Grün steht. Hier gibt es Grundwasser, welches von den Bäumen angezapft werden kann, so dass auch sie recht gross werden können. Vom Hotel auf etwa 2’360 m.ü.M. liegt der der imposante Vulkan im Hintergrund, der fast 6’000 m misst, sehr schön im warmen Nachmittagslicht! Die Gegend der Atacama Wüste werde ich in den folgenden Tagen noch ausgiebig erforschen. Alle Hotels bieten Ausflüge in die Umgebung an, denen ich mich anschliessen werde. Auf jeden Fall werde ich ab morgen Sonnencreme verwenden, obwohl ich schon länger in der Sonne reise, brennt auf dieser Höhe die Sonne sehr stark.
Am Montag treffe ich Andrea und Christoph, welche ebenfalls in meinem jetzigen Hotel übernachten, ich werde dann im Cumbre auf der anderen Strassenseite logieren. Zusammen werden wir unsere Ausflüge für Dienstag und Mittwoch planen. Den Sonntag und Montag werde ich selber organisieren.

Noch ein Bild des Vulkanes zum Abschluss des Tages. Im späten Nachmittagslicht wirkt dieser vor dem tiefblauen Himmel imposant, knapp 6'000 m, ohne Vegetation!
