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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Colchagua Valley - Die Region der besten Weine Chiles
180 km südlich von Santiago liegt das Colchagua Valley mit Santa Cruz als einer der wichtigeren Städte in dieser Gegend, mein heutiges Ziel. Ich hätte über die Schnellstrasse von Viña del Mar über Santiago hierhin fräsen können, wollte aber stattdessen lieber auf kleineren Strassen die Gegend erkunden.
Meine gestrige Hoffnung eines wolkenlosen Himmels erfüllte sich nicht, auch heute lag dichter Hochnebel über der Gegend am Meer. Sobald ich jedoch ins Landesinnere fuhr, klarte der Himmel auf und die Sonne lachte wieder wie gewohnt.

Am Strassenrand bemerkte ich diese skurrile Ansammlung von Gegenständen. Offensichtlich ein Strassenunfall mit Todesopfer, deshalb die Blumen und Flaggen. Wozu die gefüllten Wasserflaschen dienen, erschloss sich mir nicht. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass die Person gescheiter Wasser statt Wein getrunken hätte?

Eine Stunde später wurde es dann noch seltsamer: Wieder ein Strassenunfall, wieder eine religiöse Installation mit Blumen und Flaggen. Rechts davon aber ein Plakat für eine Tuning-Veranstaltung für Autos. Wie das wohl zusammen passen soll? Die Ausstellung fand auf jeden Fall schon im letzten Jahr (2013) statt …

Die Gegend im zentralen Tal ist sehr fruchtbar, hier werden allerhand Produkte angebaut. Entlang der Strasse traf ich immer wieder auf Stände, an welchen lokale Früchte verkauft wurden. Hier gab es frische Erdbeeren und Eier.

Ich erstand einige Erdbeeren, ca. 1.5 kg für ganze 2 CHF, welche zwar in einem Gebinde abgepackt waren, welches grüne, kernenlose Trauben anpries. Eigentlich wollte ich weniger kaufen, dies war aber die kleinste Menge, die im Angebot war. Mein heutiges Mittagessen war dann ja wohl klar! Die sehr reifen Früchte lassen sich ohne Kühlung nicht aufbewahren.

Je weiter ich in Richtung Süden fuhr, desto mehr Landwirtschaft begleitete mich: Hier werden Oliven angebaut, die Bäume sind noch klein, dafür sind es viele Tausend. Die Bäume werden mit Plastikrohren künstlich bewässert, da in diesem trockenen Klima sonst nicht einmal die anspruchslosen Oliven gedeihen würden. Die Flüsse bringen genügend Wasser aus den Anden, so dass die Irrigation problemlos möglich ist.

Nicht nur Oliven, sondern auch allerlei Agrumen wachsen hier: Orangen, Zitronen, Mandarinen, Pomelo und auch Zitronen werden an den Ständen entlang der Strasse verkauft. Vereinzelt sah ich sogar grünen Spargel, der verkauft wurde. Im industriellen Massstab werden die Früchte angebaut und geerntet.

Bald schon kamen die ersten Weinberge oder wohl eher Weinfelder ins Blickfeld. Während im Burgund meist ein Rosenstock am Ende jeder Reihe Reben steht, wird dieses Feld von einem ganzen Rosenzaun abgegrenzt. Mehrere hundert Meter rote Rosen!

In Santa Cruz steht eine interessante Kirche beim Hauptplatz. Im reinsten Weiss hebt sie sich vom tiefblauen Himmel ab. Sonst ist das Städtchen nicht sehr interessant, es liegt ganz einfach zentral in den Weinbergen und bietet so eine interessante Basis für Ausflüge in die Gegend.

Eine erste kurze Rundfahrt durch die Weinberge zeigte das Ausmass des Weinbaues in dieser Region: Vor allem Rotweine werden hier angebaut: Cabernet Sauvignon, Carmenere und Merlot. Lediglich zu einem kleinen Teil finden sich auch Weissweine wie Sauvignon Blanc und Chardonnay. Die guten Böden und das ausgezeichnete Klima lassen sehr gute, kräftige Rotweine entstehen.

Ein weiterer ausgedehnter Weinberg mit endlosen Reihen von schön grünen Reben. Noch tragen die Weinstöcke keine Frucht, es ist hier noch sehr früher Sommer. Die Ernte findet erst in einigen Monaten statt, bis dahin wird noch viel geschehen. Dann muss die Farbenpracht der sich verfärbenden Weinstöcke sehr schöne Bilder hergeben. Alles kann man eben nicht haben.

Den heutigen Schlusspunkt macht ein Vogel: Ein Kibitz, den ich aus dem Auto heraus fotografierte. Ich sah bereits früher solche Vögel, wann immer ich jedoch ausstieg, flogen sie auf und davon. Im Auto sitzende konnte ich hingegen gut knipsen.
