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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Und wieder ein Schritt zurück
Heute früh erwartete mich die befürchtete, nächste Hiobsbotschaft: Die Airline, Garuda, teilte mir mit, dass die indonesische Regierung alle Einreisen und auch den Transit von Ausländern per sofort untersagt hat. Damit ist unser gebuchter Flug hinfällig. Auch das Visum ist nun nutzlos, auch wenn es schon bezahlt ist. Morgen holen wir unsere Pässe, mal sehen, ob wir das Geld zurückerhalten. Ich befürchte eher nicht, obwohl ich heute früh den Visumsantrag sofort zurück zog. Das Geld für den Flug sollten wir erhalten, aber eben, auch hier Konjunktiv.
Einen letzten Rückkehr-Versuch machen wir nun am 7. April 20 von Melbourne über Doha nach Zürich. In der Economy waren noch einige wenige Sitze verfügbar, zwei davon konnte ich heute zu exorbitanten Preisen für uns sichern. Wir fliegen tagsüber etwa 14 Stunden in Richtung Westen und kommen nach 22 Uhr in Doha an. Unser Weiterflug verlässt Doha am anderen Morgen um 11 Uhr. Glücklicherweise gibt es in Doha ein Flughafenhotel im Transitbereich, wo ich ein Zimmer buchen konnte. Wir könnten ohnehin nicht ins Land einreisen, kein Ausländer darf mehr die Grenzen überqueren. Immerhin bleibt uns so eine gute Nacht in einem bequemen Bett, bevor wir am Folgetag nochmals für 6 Stunden in einer engen Kabine ausharren müssen. Auf beiden Flügen konnte ich immerhin Sitze beim Notausgang buchen, so dass wir etwas mehr Beinfreiheit geniessen werden. Flüge während des Tages in der Economy sind einigermassen auszuhalten, Nachtflüge sind mir wegen meiner Grösse ein Grauen.
Den heutigen späteren Vormittag und früheren Nachmittag benutzten wir anschliessend, um das etwa 20 km südlich gelegene Fremantle zu besuchen.

Die Strände sind auch hier ausserordentlich, es wird langsam langweilig. Immer nur Sand und blauer Himmel.

Eine der hübschen Mögen liess sich von mir nicht beeindrucken und stand brav Modell. Mit ihren grauen Federn und den roten Beinen und dem ebensolchen Schnabel weiss sie zu gefallen. Die gelben Augen sind auf diesem Bild kaum auszumachen.

Dieser Kleinunternehmer kann sein übliches Geschäft bei diesem Strand weiter betreiben. Seine Spezialität ist auch zu normalen Zeiten der Take-Away und seine Kunden halten ihm auch jetzt die Treue.

Auch Fremantle war heute nahezu menschenleer. Das Hauptpostamt hatte zwar geöffnet, doch Kunden waren keine auszumachen. Vielleicht wurden sie aber auch von dieser furchteinflössenden Plastik vertrieben, welche eine junge Künstlerin auf dieser Wiese aufstellen durfte.

Dieses Plattengeschäft ist ziemlich veraltet. Schon vor 40 Jahren kamen die ersten CD auf, welche die hier angebotenen Vinyl-Platten weitgehend ersetzten. Mittlerweile sind aber auch die CD nicht mehr in Mode, Streaming ist das Gebot der Stunde. Trotzdem scheint das Geschäft zu florieren, es hatte sogar heute geöffnet.

Die Einfahrt in den Tiefseehafen von Fremantle wird auf beiden Seiten von kleinen Leuchttürmen markiert. Wie es sich gehört, ist derjenige auf der rechten Seite der einfahrenden Schiffe, dem Steuerbord, grün, derjenige auf der linken Seite rot. Ich lernte anlässlich eines Segelkurses vor 25 Jahren, wie ich mir dies merken kann: RSG - Rechts, Steuerbord, Grün. Bei mir hat das geklappt.

Alle Kinderspielplätze entlang der Küsten sind abgesperrt, dank des Corona-Virus ist kaum mehr etwas zugänglich, lediglich die Strände sind vorerst noch offen, sowie ab und zu auch eine öffentliche Toilette.
