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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Hügeli uf, Hügeli ab in Valparaiso
Valparaiso liegt an einem Berghang und dazu noch auf vielen einzelnen Hügeln. Um die Stadt einigermassen in den Griff zu bekommen, geht es immer wieder rauf und runter.

Das Treppensteigen wird einem durch Schräglifte erleichtert, welche von der Unterstadt jeweils in die oberen Gefilden führen. Diese sogenannten Ascensores sind zwar kostenpflichtig, mit je 100 Pesos (etwa 12 Rappen) pro Fahrt aber sehr kostengünstig. Durch diese Drehkreuze geht man und legt das Fahrgeld auf einen Teller.

Von unten gesehen geht der Lift fast senkrecht nach oben. Für die Überwindung der knapp 50 Höhenmeter braucht das antiquierte Gefährt etwa 2 Minuten.

Einmal oben angelangt, ist man mitten in alten hübschen Häusern, welche häufig aus Holz erbaut sind. Viele sind aussen mit Wellblech verkleidet, welches angeblich aus alten Schiffscontainern stammt. In vielen Häusern sind heute Hotels und Restaurants untergebracht.

Einige der Häuser sind recht abenteuerlich, dieses hier ist nur gerade ein Zimmer breit, dafür 4 Stockwerke hoch.

Einige Strassenzüge sind von Graffity-Künstlern intensiv bemalt. Die Bilder sind teilweise recht komplex und bedürfen eines langen und intensiven Studiums. Dafür fehlte uns die Zeit und auch das tiefere Interesse.

Ob wohl alle Hausbesitzer mit der Bemalung einverstanden sind? Immerhin wird nur das Erdgeschoss bemalt.

Diese Treppe ist sehr interessant bemalt. Aus der Ferne ist ein ganzes Bild sichtbar, die einzelnen Stufen sind jeweils nur mit einem kleinen Teil des Bildes bemalt. Weder beim Hoch- noch beim Heruntersteigen ist das Bild sichtbar, erst aus der Distanz fügen sich die einzelnen Elemente zu einem vollständigen Werk zusammen.

Valpo ist bekannt für die vielen farbigen Häuser, welche unterschiedlich im Schuss sind. Einzelne Strassenzüge sind sehr schön restauriert, andere wiederum werden dem langsamen Zerfall preisgegeben.

Bis weit in die Hügel hinauf ziehen sich die Reihen von farbigen Häusern. 1906 wurden grosse Teile der Stadt bei einem fürchterlichen Erdbeben zerstört und erst nach und nach wieder aufgebaut. Valpo war lange eine wichtige Hafenstadt auf dem Weg von Europa rund ums Kap Horn an die Westküste der USA und entsprechend wohlhabend. Die Eröffnung des Panama-Kanals 1914 brach der Stadt dann aber das Rückgrat, nur noch wenige Schiffe mussten das Kap umrunden und hier anlegen. Immerhin ist Valpo aber noch die wichtigste Hafenstadt Chiles.

Diese grüne Kirche wurde 1879 von Deutschen errichtet. Ihre Farbe ist etwas speziell, doch passt sie irgendwie zu den übrigen farbigen Häusern in der Umgebung.

Unsere Stadtwanderung endete am Ascensor Queen Victoria, welcher uns wieder in die Unterstadt brachte. Schon wieder 100 Pesos weniger!

In Valpo fanden schon vor vielen Jahre einige Trolleybusse aus der Schweiz einen neuen Einsatz. Bei meinem letzten Besuch sah ich noch einige Busse aus Zürich und Schaffhausen, diese sind mittlerweile aber pensioniert. Noch aktiv sahen wir einige Busse aus Luzern.

Den späteren Nachmittag nutzte ich, um meine Haare wieder etwas bändigen zu lassen. Auf dem Weg zur Wäscherei, wo ich heute morgen die Wäsche brachte, fand ich diesen Coiffeur. Nun kann es bald mit der Cruise losgehen: Kopf geschoren und Wäsche gewaschen.
