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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
An die Bahia Inglesa, den Strand der Engländer

Der Morgen erwartete uns mit bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen. An sich wollten wir heute das Zentrum von Antofagasta besuchen, liessen aber angesichts der Umstände davon ab. Schliesslich hatten wir 500 km Fahrt vor uns. Zwischen den beiden Etappenorten lag nichts. Nichts!

Nach etwa 60 km Fahrt zeigte sich rechts der Strasse die Mano del Desierto, die Hand der Wüste. 1992 errichtete sie der in Chile bekannte einheimische Bildhauer Mario Irarrázaval hier aus Granit. Der Sattelschlepper, der gerade davor stoppte, gibt einen guten Grössenvergleich.

Die sonst einmal mehr absolut vegetationslose Landschaft änderte ihr Bild, als wir in die Nähe des Meeres kamen. Ein Nebelband tauchte über den Bergen auf, dieses entsteht, wenn die heisse Luft aus den Ebenen über das Meer gleitet und dort mit dem kalten Wasser in Kontakt gerät. Ein vergleichbares Phänomen gibt es in der Bay Area in California südlich von San Francisco. Offenbar kommen die Nebel ab und zu bis weit ins Land hinein und das bisschen Feuchtigkeit, welches der Nebel bringt, reicht einigen Pflänzchen aus, um ein karges Leben zu fristen.

Der Sand des Vordergrunds ist an dieser Stelle rötlich gefärbt, die Berge weiter hinten eher hellbraun bis hellgrau. Die hinteren Berge sind sehr weit von meinem Standpunkt entfernt, die klare Luft zeigt in grosser Entfernung noch klare Details.

Die Strasse auf der längeren Strecke war sehr gut befahrbar. Die Berge änderten ihre Farbe fast bei jedem Meter.

Eisenhaltige Hügel säumten über längere Strecken unseren Weg.

Welche Mineralien hier für die Farben verantwortlich sind, weiss ich nicht. Interessant ist der Berg aber allemal.

In diesem Berg gibt es schwarze Adern, welche sich über den ganzen Berg durchziehen und auf der anderen Seite der Strasse weiterführen. Diese Strukturen deuten auf Basalt hin, der sich durch Spalten im anderen Gestein hochdrückte. Ich sah schon an einigen Stellen auf anderen Reisen ähnliche Bilder.

Nun sind wir am Pazifik, diesmal bei schönstem Wetter und weissem Sand. Das tiefblaue Wasser ist allerdings auch hier viel zu kalt für uns. Eine Chilenin beklagte sich heute bei unserem Spaziergang am Strand über die grässliche Hitze. Die knapp 25° waren ihr offenbar schon zu viel. Sowohl Ruth als auch ich genossen die wärmenden Strahlen der Sonne.

Am Strand rief die Gemeinde dazu auf, die Zigarettenstummel nicht einfach im Sand zu vergraben, sondern sich eine der farbigen Konservendosen auszuleihen und die Stummel darin zu versorgen. Nach der Leerung der Büchsen können diese wieder hier aufgehängt werden. Eine gute Idee mit einem gewissen Augenzwinkern serviert!
