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- Kategorie: Winter 18 / 19: 6. Etappe Vietnam und Kambodscha mit Ruth
Fahrt nach Hội An
Ein privater Chauffeur brachte uns heute von Huế nach Hội An, eine Strecke von knapp 150 km. Ein Teil der Strecke führt über den Đèo Hải Vân, oder wie es in unserer Sprache heisst, den Wolken-Pass. Heute war die Passhöhe aber glücklicherweise wolkenfrei, etwas Dunst lag in der Luft, aber sonst schien die Sonne!

Die Berge rund um den Wolken-Pass sind noch vom Vietnam-Krieg kahl, die Amis haben hier tonnenweise Agent Orange abgeworfen, um die Wälder zu entlauben. Damit wollten sie die Nachschubwege des Vietcong von Nord-Vietnam in den Süden unterbrechen. Noch heute wächst hier nur sehr wenig, Eukalyptus ist eine der Baumarten, welche als erste auf dem verseuchten Boden gedeiht.
Eifrigen Lesern meines Tagebuchs sollte auffallen, dass dieses Bild das erste der diesjährigen Vietnam-Reise mit Sonnenschein ist! Tatsächlich sahen wir unser Zentralgestirn heute zum ersten Mal.

An vielen Stellen vor dem Pass wird Eukalyptus-Öl verkauft, welches offenbar von vielen Vietnamesinnen gerne als Badezusatz, Antimückenmittel und Körpercreme verwendet wird. Auch die Babies werden damit eingerieben. Dieses Bild ist leider etwas unscharf, ich fotografierte aus dem fahrenden Auto.

Auf der Passhöhe gibt es noch einige Bunkerreste der Amerikaner, welche heute ein Tourismus-Magnet sind. Sehr interessant sind diese aber nicht. Mich haben die Schatten, welche die Sonne auf dieser Reise zum ersten Mal warf, mehr erfreut.

Näher bei Hội An liegt der Marble Mountain, der Marmor-Berg. Dort stehen einige Tempel und Statuen, welche auf jedem Tourismus-Reiseplan stehen. Unter anderem gab es auch viele Seerosen, von denen ich die eine oder andere fotografierte.

Eine Buddha-Statue aus weissem Marmor steht inmitten des tropischen Grüns. Im Dickicht wachsen auch einige Bougainvillea. Diese sind hier zwar fremde, ursprünglich aus Brasilien eingewanderte Fötzel, doch wirken sie auch in dieser Umgebung äusserst dekorativ.

Einer der Tempel im Park ist buddhistisch, jedoch mit einem starken chinesischen Einschlag.

Als wir in unserem Hotel ankamen, machten wir uns unmittelbar wieder auf den Weg in die Altstadt von Hội An. Der zentrale Teil der Innenstadt ist verkehrsfrei, Fahrräder und Triciclos sind jedoch erlaubt. Auf dem Weg dorthin lag ein Parkplatz, wo allerhand Fahrzeuge abgestellt werden können. Einerseits Roller, aber auch andere Fahrzeuge, welcher Art diese sind, kann der Betrachter sicher selber herausfinden. Xe meint Fahrzeug in Vietnamesisch.

Auch in der Altstadt wachsen immer wieder Bougainvillea, welche in dieser Grösse bei uns unbezahlbar wären!

Die Altstadt grenzt an den Thu Bồn River, der aus dem vietnamesischen Hochland kommt und hier ins Meer mündet. Auf dem Fluss gibt es viele Ruderboote, welche Fluss-Touren anbieten. Die meisten Boote lagen heute jedoch fest vertäut am Ufer.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Hội An ist die sogenannte Japanische Brücke, hier Lai Vien Kieu genannt. Diese wurde in der heutigen Form 1763 erbaut. Sie verband einst den japanischen und den chinesischen Ortsteil. Bereits 1593 wurde mit dem Bau begonnen, die ursprüngliche Brücke wurde aber im Laufe der Zeit mehrfach zerstört und wieder aufgebaut.

Gestern sah ich eine Dame, welche ihr Stativ auf eine eher kreative Art einsetzte. Dieser Chinese nutzt seinen Selfie-Stick ebenfalls eher einfallsreich. Geradezu bequem sieht diese Art des Telefonierens allerdings nicht aus.

In der Altstadt sind zu jeder Zeit sehr viele Touristen unterwegs, auch hier oft unter riesigen Bougainvillea. Hội An ist eine der wichtigsten Destinationen auf jeder Reise durch Vietnam. Entsprechend gibt es hier kaum einen Fleck ohne Touristen. Neben vielen Chinesen hört man Reisende aus aller Herren Länder.
