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- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Etosha, Dolomite Lodge: Mein grösstes Problem ist gelöst

Heute begann unsere Safari im Etosha-Nationalpark. Nach dem Frühstück in der Gästefarm fuhren wir zuerst zurück nach Kamanjab, wo wir den Tank nochmals auffüllten. Die nächste Tankstelle im Park ist in Okauquejo, unserer übernächsten Lodge. Falls dort kein Diesel verfügbar wäre, hätten wir ein gröberes Problem. Nun, mit vollen Tank, ist dies kein Thema mehr.

Unsere erste Begegnung im Park hatten wir mit einem Impala, genauer mit einem Black faced Impala. Diese Unterart der Impala gibt es ausschliesslich in Namibia, bis auf einen kleinen schwarzen Tupfer auf der Stirn sehen sie genau wie ihre Verwandten aus.

Das erste Wasserloch auf unserem Weg zur Dolomite-Lodge war heute einmal mehr ein guter Anfang. Straussen, Giraffen und Oryx löschten gerade ihren Durst.

Als wir weiter fotografierten und das Geschehen am Loch beobachteten, kam eine grössere Gruppe von Elefanten zum Wasser, die meisten anderen Tiere verzogen sich kurz darauf. Never mess with the big Boys!

Jung und alt hielten ihre Rüssel gleichzeitig ins kühle Nass. Bis zu 250 l gehen pro Tag durch den Rüssel in den Bauch!
Gerade als ich losfahren wollte, sah ich beim Auto hinter mir eine Hand winken. Ich setzte zurück und fragte den Fahrer, was los sei. Er meinte, sein Auto würde nicht mehr anspringen. Das Relais des Anlassermotors schaltete, doch der Anlasser selber reagierte nicht. Wir versuchten die Sicherung des Anlasser-Motors zu wechseln, jedoch ohne Erfolg. Der Anlasser war tot. Wir nahmen den älteren Engländer mit in die Lodge, wo er Hilfe fand. Er meinte, seine Frau werde wohl böse sein, sie hätte ihm geraten, einen Ersatzmotor mitzunehmen.

Nachdem wir in der Lodge eingecheckt hatten, machten wir uns bald wieder auf zum nächsten Gamedrive. Ein Gruppe von Springböcken suchte unter einem der wenigen Bäumchen den kostbaren Schatten, die Temperatur lag bei 34°, jedes kleine Stückchen Schatten war kostbar.

Der Purple Roller stand ebenfalls im spärlichen Schatten eines Baumes und versuchte, mit offenem Schnabel etwas der Hitze loszuwerden.

Einer meiner Lieblingsvögel liess sich durch uns aufscheuchen, der Sekretär setzte aber bald wieder zur Landung an. Fliegen ist offenbar in diesem Klima zu anstrengend.

Am Boden sah er wieder wie gewohnt aus. Ein rot umrandetes Auge und rote Beine mit schwarzen Stulpen.

Dann endlich kam die langersehnte Erlösung: Wie aus heiterem Himmel erschien eine Löwin aus dem Busch und steuerte das Wasserloch an. Nun ist diese Pendenz mit Ruth aus der Welt geschafft und ich kann den Rest der Safari unbeschwert geniessen! Auf unserer letzten gemeinsamen Safari in Südafrika sahen wir nur am letzten Tag zwei Löwen in der Distanz, Ruth konnte sie jedoch nicht erkennen.

Bald schon gesellte sich ihre Schwester dazu zusammen tranken sie vom Wasser. Beide waren während der ganzen Zeit sehr aufmerksam und beobachteten die Umgebung mit offenen Augen.

Eine Giraffe sowie einige Springböcke blieben nahe bei der Wasserstelle. Offenbar merkten sie, dass die Katzen nicht hungrig waren und so auch keine Gefahr darstellten.

Mit gestilltem Durst verzogen sich die Büsi wieder in den Busch, vorbei an den Springböcken, die sich kaum beeindrucken liessen.

Bald erschien ein grosser Elefant, auch er sehr durstig. Seine beiden Stosszähne waren abgebrochen, doch auch so gab er immer noch ein schönes Bild ab. Er nahm mit seinem Rüssel unsere Witterung auf. Ich fotografierte weiter, auch als er sich in Bewegung setzte und auf uns zu kam.

Als er dann aber immer schneller lief, zog ich es vor, mich zu verziehen. Mit einem solchen Brocken ist nicht zu spassen. In diesem Teil der Etosha sind sich die Tiere noch nicht so gut an Autos gewohnt, da hier nur die Gäste der Dolomite Lodge fahren dürfen und dies auch erst seit 2011. Vorher war dieses Gebiet gesperrt.
