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- Kategorie: Winterreise 16 / 17: Sechste Etappe - Thailand 17 mit Ruth
Ayutthaya - Einst das Venedig des Ostens
Ayutthaya war ab 1351 die Hauptstadt des Königreiches Thailand. Viele europäische Kaufleute waren hier zu Gast und schwärmten von der Stadt und ihren vielen Tempeln. Am 7. April 1767 nahm die Geschichte eine abrupte Wendung, als burmesische Streitkräfte die Stadt plünderten und brandschatzten. Heute besteht die Stadt nur mehr aus Ruinen.

Ein Modell eines der grossen Tempel zeigt die ganze Anlage, wie sie vor der Zerstörung aussah. Hier zwar lediglich in Weiss, doch das Ausmass lässt sich auch so erahnen. Besucher, die zuvor den neuen Königspalast in Bangkok besucht haben, können sich die Pracht vorstellen.

Die drei grossen Chedis sind nur noch Schatten ihrer selbst. Sie wurden offenbar mindestens teilweise wieder aufgebaut.

Eine ältere Dame verkaufte eisgekühlte Getränke und sie erlaubte mir, sie zu fotografieren. Ihr Hut erinnerte uns an einen Lampenschirm.

Eine grosse liegende Buddha-Figur liegt in der Nähe der grossen Anlage im freien Feld. Den ihn einst überdachenden Tempel gibt es nicht mehr, er wurde beim grossen Zerstören verbrannt. Die grosse Figur darf nicht mit Goldplättchen beklebt werden. Zu diesem Zweck wurde eigens ein kleineres Modell auf einem Steintisch aufgestellt, welches entsprechend vergoldet wird. Auch Lotus-Blüten werden hier hingelegt. Wir beobachteten eine der Händlerinnen, welche diese Gebinde verkaufte bei ihrem Tun. Sobald die Anzahl der Blumen einen gewisse Zahl überstieg und die Käuferschaft weg war, holte sie die Opfergaben wieder zurück und verkaufte sie erneut. Recycling der eher unfeinen Art.

Von Fuss bis Kopf gesehen, zeigt sich die imposante Grösse, 40 m lang und 8 m hoch liegt hier Buddha ausgestreckt. Algen haben dem Bildnis schon arg zugesetzt, der Mörtel kann der Feuchtigkeit nur schlecht widerstehen.

In einer anderen Tempelanlage, welche auch zerstört wurde, gibt es eine Besonderheit, welche in keinem Bericht über Ayutthaya fehlen darf: Der in einem Bodhi-Baum eingewachsene Buddha-Kopf. Der Ideengeber dieses Bildes sorgte für viele Fotografen, welche sich ihrerseits hier alle möglichen Bildideen ausdenken. Die Legende behauptet, dass einige Buddha-Verehrer den abgeschlagenen Buddha-Kopf vor den Vandalen schützen wollten und ihn deshalb vergruben. Die Natur wollte ihn aber wieder ans Licht bringen, worauf der Bodhi-Baum diese Aufgabe übernahm.
