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- Kategorie: Winterreise 16 / 17: Fünfte Etappe - Vietnam 17
Lebensraum Mekong
Das Mekong-Delta ist Heimat von gegen 20 Mio. Menschen, diese leben auf einer Fläche von knapp 40’000 km². Der Fluss fächert sich hier in ein riesiges Delta auf. Die Gegend ist sehr fruchtbar und wird entsprechend intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Noch vor Sonnenaufgang war ich heute auf dem Fluss unterwegs, ich wollte mir einen schwimmenden Markt etwa 6 km von meinem Standort entfernt ansehen. Das geht am Besten mit einem kleinen Boot. Die meisten Touristen schliessen sich einer grossen Gruppe an, diese sind dann mit grossen Booten unterwegs, welche aber nicht mitten ins Geschehen fahren können. Mit einem kleinen Gefährt geht dies problemlos.

Auch die Vietnamesen verzieren ihre Boote mit Augen, welche das Böse aus dem Fluss von ihnen abhalten sollen. Ich fand sie nur interessant und fühlte mich von ihnen nicht bedroht.

Viele Menschen leben auf ihren Schiffen, da besteht natürlich auch ab und zu Bedarf nach einer gründlichen Wäsche. Das warme Wasser eignet sich hierzu offenbar sehr gut. Als Warmduscher ziehe ich jedoch das klare, saubere und richtig warme Wasser in meinem Hotel vor.

Wo es Benzin und Diesel getriebene Boote gibt, braucht es auch Tankstellen. Diese sind selbstverständlich auch auf dem Wasser. Sonst bieten sie alles, was auch eine landbasierte Tankstelle auch verkauft. Neben Benzin gibt es auch Mineralwasser, Zigaretten und allerlei Snacks. Teilweise sogar frische französische Baguettes, eine Hinterlassenschaft der Grande Nation.

Lastschiffe bringen ihre Fracht von anderen Orten am Fluss und laden diese um. Hier wird Sand von grossen Lastschiffen ausgeladen.

Das eigentliche Ziel meines Ausfluges war jedoch ein schwimmender Markt. Hier liegen grössere Handelsschiffe im Fluss vor Anker. Die meisten Schiffe verkaufen nur gerade ein landwirtschaftliches Produkt. Oft wird dieses mit einer langen Stange angepriesen. Was hier feilgeboten wird, ist offensichtlich. Die Produkte werden hier von Einzelhändlern gekauft und dann zu ihren Verkaufsständen in den entfernteren Orten gebracht. Der Warentransport auf dem Wasser ist viel einfacher, als jener auf dem Land. Vor Jahren gab es keine Brücken über die einzelnen Flussteile, die Kanäle und Seitenflüsse waren die einzigen Verkehrswege. Bei meinem letzten Besuch hier vor einigen Jahren war noch viel mehr los, ich las, dass heute viele Grosshändler Märkte auf dem Land direkt beliefern und diese Tradition wohl bald ganz verschwinden wird.

Ein ganzes Schiff voller Ananas! Bei diesem Anblick läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Das kleine Boot im Vordergrund hat eben ein paar Dutzend Ananas geladen und legt zum nächsten Anbieter ab, um den Einkaufszettel abzuarbeiten.

Diese Dame ist unterwegs auf Einkaufstour, sie scheint ihr Geschäft relativ nahe zu haben, denn sie rudert ihr Boot. Die meisten Boote sind mit Motoren ausgerüstet, zumal wenn sie längere Wege zurücklegen müssen.

Der Einkauf war erfolgreich, nun geht es rudernd zurück zum Geschäft.

Wassermelonen gehören hier ebenfalls zur täglichen Nahrung. Jene bei den Frühstücksbuffets der Hotels sind immer süss und gehören zu meinem täglichen Zmorge.

Auf den grösseren Booten wird gelebt, teilweise sind ganze Familien auf den Schiffen, da muss auch ab und an gewaschen werden. In der Sonne trocknet die Wäsche schnell.

Diese Dame betreibt ein Schiff-Café: Sie versorgt sowohl die Händler als auch die Käufer und einzelne Touristen mit Kaffee, Süssgetränken und Mineralwasser.

Dieses Boot verkauft eine Gemüsesuppe, diese muss allerdings zuerst noch gerüstet werden!

Kein Tag ohne mindestens eine Buddha-Figur: Am späteren Nachmittag besuchte ich eine neuere Pagode im Zentrum der Stadt. Hier hat sogar Buddha ein bekanntes Amulett. Interessanterweise ist das Symbol hier aber irgendwie seitenverkehrt.
