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- Kategorie: Winterreise 16 / 17: Vierte Etappe - Cambodia 17
Angkor Wat, die grösste Sehenswürdigkeit in Cambodia …
… oder nach einigen Quellen sogar in ganz Südost-Asien. Mich hat diese Anlage schon als kleiner Bub interessiert. Meine Eltern hatten damals ein Silva-Buch über diese Stadt, welches ich stundenlang ansah. Einmal wollte ich dorthin gehen und das mit eigenen Augen sehen. Nun sind es schon dreimal, dass ich hier war. Wenn sich nur sämtliche Bubenträume so einfach erfüllen liessen!
Angkor Wat wurde um die Mitte des 11. Jhdt. erbaut, ursprünglich als hinduistische Anlage. Später wurde sie jedoch zu einer buddhistischen Tempel umfunktioniert. Eine gute Kurzversion der Geschichte findet sich in Wikipedia (Klick mich!).

Ich organisierte mir heute ein Tuk-Tuk, welches mit bequem vom Hotel in die Anlage und dort zu verschiedenen Teilen der Anlagen führte. Vom Parkplatz aus führt ein längerer Fussweg zum eigentlichen Zentrum Angkor Wat. Alte Steinplatten, welche von den Schuhen der vielen Besucher schon ganz flach geschliffen sind, führen die Besucher hin. Als ich am Morgen vom Parkplatz hier entlang ging, wäre ein solches Bild unmöglich gewesen. Einerseits stand die Sonne noch hinter der Anlage und andererseits war der ganze Weg voller Touristen. Auf dem Rückweg war das Licht besser und auch die Menschenströme ebbten ab.

In der Anlage selber gibt es unzählige Bas-Reliefs von Figuren, welche alle eher aufwändigen Kopfschmuck trugen.

Das Innere der Anlage wird von mehreren grossen Mauern abgeschlossen. Diese boten mir teilweise gröbere Hindernisse, da die Stufen teilweise schon recht abgelaufen waren. Oft waren sie zwar mit Holztreppen überdeckt, aber eben nicht immer. Ohne meinen Stock wäre der Besuch für mich nicht möglich gewesen, zumal praktisch nirgends Geländer vorhanden waren.

Die Fenster hatten selbstverständlich damals keine Gläser, des wurden kunstvoll gedrechselte Steinsäulen eingesetzt. Und selbstverständlich links und rechts wieder Frauenfiguren.

An einigen Stellen sorgten Mönche für einen Farbtupfer. Gegen eine kleine Spende zogen sie den Interessierten ein farbiges Bändeli an den Arm und besprühten sie noch mit etwas Wasser. Dazu murmelten sie irgendwelche unverständlichen Worte. Da es hier in Siem Reap keine All-Inclusive-Resorts gibt, lassen sich viele Touristen ein solches Bändeli anlegen. Das gibt ihnen vermutlich das Gefühl eines solchen Urlaubes. Ob ich mir wohl eine solche Auszeichnung beschaffte?

Auch bei den alten Khmer gab es schon viele Kriege. Davon zeugt eine lange Wand von Schlachtenbildern. Leider sind diese an einigen Stellen von Touristen zerkratzt. Es gibt leider immer noch Idioten, welche meinen, ihren Namen einritzen zu müssen.

Die Schlachtenbilder werden von einer solchen Galerie von Wind und Wetter geschützt. Vor Idioten vermögen aber leider auch sie nichts.

Von der Seite des Hauptweges gibt es die Gelegenheit, den Haupttempel mit seinem Spiegelbild zu fotografieren. In der Trockenzeit gibt es hier jedoch kein Wasser und mit trockenem Sand gibt es keine Spiegelbilder.

Anschliessend machte ich mich noch kurz auf den Weg nach Angkor Tom, der Schwester-Stadt. Ich wollte dort noch das Stadttor im Nachmittagslicht fotografieren. Die Anlage selber werde ich morgen ansehen, ich habe mir den Tuk-Tuk-Fahrer schon wieder gebucht.

Für die Wartezeit bei meinen Ausflügen richtete sich der Fahrer eine Hängematte im Tuk-Tuk ein, in welcher er im Schatten ein ruhiges Nickerchen machen konnte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrgäste brauchte ich bei jedem Halt sehr viel mehr Zeit. Mein Ausflug nahm heute beinahe den ganzen Tag in Anspruch.
