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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Zweite Etappe: Namibia
Der für mich neue Teil von Namibia beginnt morgen
Heute verliess ich den Etosha-NP nach dem Frühstück in Richtung Tsumeb und Grootfontein. Beim Verlassen des Parks nahm es der anwesende Parkranger heute sehr genau: Ich musste sämtliche Koffer und Rucksäcke öffnen, zudem alle darin enthaltenen Behältnisse. Kein Problem für mich, ich hatte weder Elfenbein, noch Nashorn, noch sonst irgendwelche Tierteile im Gepäck. Vermutlich nahm er es so genau, weil ich eines der ersten Fahrzeuge war, welches den Park heute verliess.
Die letzten Tiere im Park waren für mich heute die Zebra Mangoose, eine ganze Familie war nahe der Strasse mit der Suche nach Fressbarem beschäftigt. Dieser besonders neugierige Kerl suchte sogar in der Astgabel nach Futter.
Tsumeb ist eine grössere Stadt im Norden Namibias, sie dient einerseits als Ausgangspunkt für Reisen in den Etosha-NP und andererseits als Sprungbrett für Fahrten in den Norden Namibias. Die Stadt hat noch einige Überreste ihrer deutschen Herkunft. Auf vielen Häusern in der Hauptstrasse sind noch deutsche Inschriften zu lesen.
Tsumeb war einst als Minenstadt sehr wichtig, neben Kupfer und Blei gab es auch viel Nickel, Silber, Zink und Germanium. Seit 1998 stehen die Minen still, nun gibt es ausserhalb der Stadt noch die sogenannte Tschudi-Mine, welche noch aktiv ist.
Im Etosha-Cafe wollte ich eine Pause einlegen und einen Kaffee trinken. Leider sind weder das Cafe noch der Biergarten in Betrieb. Die Fenster sind mit Zeitungspapier abgedeckt, irgendwie Ausverkaufsstimmung.
Diese alten Grubenwägelchen fanden als mobile Blumentöpfe eine neue Verwendung. Das dahinter liegende Geschäft verkauft billige Kleider.
Bereits bei einem früheren Besuch in dieser Gegend suchte ich den Hoba-Meteoriten auf. Die Verantwortlichen der Anlage beweisen einen hübschen Humor: Wir haben kein Wifi, Sprecht miteinander! Ein Ratschlag, der von vielen Jungen und auch Älteren ab und zu ernst genommen werden sollte. Wenn einem der Besuch nicht passt, kann man sich in 300 Meilen Entfernung beklagen …
Auf dem Weg hin zum Meteoriten warnt ein Schild vor fallenden Meteoriten. Die Chance, dass genau hier wieder ein solcher einschlagen wird, sind wohl eher gering. Aber die Warnung nahm ich trotzdem sehr ernst.
Der etwas über 50 t schwere Brocken fiel vor etwa 80’000 Jahren mit einem wohl riesigen Rums vom Himmel. Es gibt keinerlei Einschlagskrater, der Meteorit liegt nahezu flach auf dem Boden. 82% Eisen, Nickel und einige andere Metalle machen das 3 m lange Ding aus. Er gilt als der weltweit grösste bekannte Meteorit, der im trockenen Klima Namibias nicht mal rostet.
