- Details
- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Erste Etappe: South Africa
Blyde River Canyon - leider nicht ganz optimal
Der Blyde River hat sich in die umgebende Hochebene gefressen und dabei einen imposanten Canyon geschaffen. Leider war heute das Wetter alles andere als gut, zeitweise fiel leichter Regen, zeitweise waren einfach die Wolken eher tief.
Von einem ersten Aussichtspunkt aus liegt der Fluss einige hundert Meter tiefer. Hier wurde ein Stausee geschaffen, der zur Zeit auch nicht voll Wasser ist. Die Trockenzeit in Südafrika zeigt auch hier ihre Folgen. Aus der Sicht der Natur sind die aktuellen Regenfälle sehr gut, nur die Touristen wünschen sich immerwährende Sonne.
Einer der wichtigsten Aussichtspunkte ist die Stelle, von wo aus die drei Rondavels zu sehen sind. Rondavels sind die ursprünglichen Hütten der Einheimischen, kreisrunde Gehäuse mit einen spitzen Stroh-Dach. Die Felsformationen gleichen diesen Behausungen. Die Spitzen sind leider wegen des Nebels lediglich in Andeutungen zu sehen.
Auch der Nebel hat seine faszinierenden Seiten. Hier scheint es, als ob die Schwaden direkt aus der Tiefe aufsteigen. Der leichter Regen ist in den Bildern nicht zu sehen.
Auf der Hochebene auf über 1’500 m.ü.M. liegen typische Streusiedlungen in der Landschaft. Die ganze Gegend ist von kleinen Ortschaften überzogen. Viehzucht ist eine der Hauptaktivitäten der lokalen Bevölkerung.
Die Bourke’s Luck Potholes sind eine der Hauptattraktionen des Gebietes. Neben den wenigen Touristen zieht diese Gegend am Wochenende vor allem auch Einheimische an. Diese Gruppe war vor allem damit beschäftigt, lustige Portraits von sich selber zu machen. Heute waren nur ganz wenige Touris unterwegs.
Die Potholes (Gletschermühlen bei uns) entstanden hier, weil sich der Fluss etwa 50 m vom Hochplateau auf die nächste tiefere Ebene hinunter stürzt. Das Geschiebe, welches er mitführt, schliff die Löcher durch permanente Kreisbewegungen aus dem Fels.
Bizarre Formationen sind das Resultat dieser Aktivitäten. Noch immer drehen die Wasserstrudel in einzelnen Löchern, die Landschaft ist bei weitem noch nicht fertig geformt.
Die nächste und letzte Station am Canyon war eine Stelle, welche God’s Window heisst. Ein Schild auf dem Weg zum Fenster weist darauf hin, dass diese doch bitte sauber gehalten werden soll. Ich war gespannt, was die vielgerühmte Aussicht auf die 700 m Gefälle bieten würde.
Offenbar hat Gott heute in seinem Fenster die Milchglas-Scheibe montiert, so dass sich die Aussicht auf dien nächsten zwei Meter beschränkte. Immerhin konnte ich das fallende Wasser hören, zu sehen war davon aber leider gar nichts. Schade, aber mehr konnte ich als Atheist von Gott natürlich auch nicht erwarten. Die Einheimischen liessen sich vom Nebel nicht die Laune verderben, im Nebel hörte ich nur immer wieder ihre Stimmen, wie sie laut scherzten. Selfies liessen sich auch im Nebel problemlos machen.
Die ganze Gegend ist von Nadelwäldern überwachsen. Leider nicht von natürlichen Wäldern, sondern von Baum-Plantagen. Hier wird sowohl WC-als auch Zeitungspapier angebaut. Alle paar Jahrzehnte werden die Bäume grossflächig gerodet und anschliessend wieder neu angepflanzt. Schön sind diese Wälder nicht, aber immerhin effiziente Papierproduzenten.
