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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Sechste Etappe - Mexico
Ausflug nach Cozumel
Heute morgen wurde ich mit starkem Regen geweckt. Wir wollten einen Ausflug nach Cozumel machen, der vorgelagerten Insel in der Karibik. Trotz des nicht gerade guten Wetters machten wir uns nach dem Frühstück trotzdem auf den Weg.
Vom Zentrum von Playa del Carmen aus fahren drei Fährenreedereien mit ihren Schiffen im halbstündigen Takt zur Insel, die hier etwas mehr als 16 km vom Festland entfernt liegt. Tiefhängende Wolken versprachen nichts Gutes, doch wir liessen uns davon nicht abhalten. Die Überfahrt war teilweise recht ruppig, die Mannschaft verteilte bald nach dem Ablegen Kotzbeutel, die ich glücklicherweise nicht brauchte. Die 45 Minuten Fahrt gingen glücklicherweise schnell vorbei.
Als wir auf der Insel ankamen, wurden wir von unzähligen Tourveranstaltern begrüsst, welche alle Inseltouren, Schnorchelausflüge, Motorräder und Autos anboten. Wir wollten mit einem Neffen von Ottos Putzfrau in Merida eine Tour machen und gingen an den Ständen vorbei. Javier ist ein junger Taxifahrer und Reiseleiter auf der Insel, er führte uns mit seinem Auto um den südlichen Teil der Insel und erklärte uns immer wieder die Sehenswürdigkeiten.
Sobald wir unterwegs waren besserte sich das Wetter, ab und zu zeigte sich sogar die Sonne. Bei einem Restaurant, wo wir für einen kleinen Imbiss stoppten, sah ich dieses Schild, das ich fotografieren musste. Ich beziehe mich auf das rechte Schild, das linke fand ich zwar auch interessant. Auch hier in Mexico gibt es immer mehr Parkplätze für Behinderte, welche oft nahe bei den Eingängen von Restaurants, öffentlichen Gebäuden und auch Einkaufszentren stehen.
Eine Maya-Ruine im Süden - mehr ein Steinhaufen als etwas anderes - diente vielen Touristen aus dem nördlichen Nachbarland als Fotosujet. Sie liessen sich mit einem als Maya verkleideten Einheimischen ablichten. Ich verzichtete schweren Herzens auf ein solches Bild von mir. Die Anlage selber hätte ich ohne die „Attraktion“ auch nicht fotografiert.
Die östliche, vom Festland abgewandte Küste der Insel ist sehr wild, teilweise Sandstrände, oft aber auch einfach Felsenküste prägen die Landschaft. Baden ist hier sehr schwierig. Die westliche Küste ist ganz anders: Schönste Sandstrände und ein direkt vorgelagertes, grosses Korallenriff laden zum Schnorcheln ein. Uns reizte dies heute nicht besonders, da die oft fehlende Sonne solche Gefühle nicht aufkommen liess.
Auch auf der Insel gab es direkt hinter den Stränden viele Läden mit allerlei Touristen-Mist, der ab und zu doch guten Zuspruch fand. Nicht von uns, aber von Bewohnern des nördlichen Nachbarlandes.
Alle Mexikaner haben einen dicken Wanst, einen wilden Schnurrbart und tragen einen ausladenden Sombrero. Zwar sah ich einige Einheimische mit einem Wanst, jedoch nie mit einen Sombrero. Diese Hüte werden lediglich in der Phantasie der Touristen getragen. In den Touristen-Läden tragen aber alle Mexikaner solche archetypischen Hüte. Auf diesem Gestell fehlten schon einige der Figuren, diese sind sicher schon auf dem Weg in den Norden.
In unserem Hotel fiel mir heute die Bibliothek auf. Ob die Putzkraft, welche die Bücher umräumte auch lesen kann, wage ich zu bezweifeln. Das Gestell steht vor einer Säule, die Bücher sind nur von dieser Seite zu sehen. Ausser einem einzigen kann man keine Titel lesen.
