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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Vierte Etappe - Costa Rica
Ein nicht ganz so erfolgreicher Tag mit einem versöhnlichen Schluss
Nach einem guten Frühstück bei unseren deutschen Gastgebern nahmen wir erwartungsvoll die letzten Kilometer in Richtung der Osa-Halbinsel unter die Räder. Die erste Teilstrecke war geteert und mit wenig Verkehr auch problemlos befahrbar. Dann jedoch änderte sich das Bild: Eine staubige Piste, welche ab und zu von zu durchquerenden Flussläufen und schmalen Brücken unterbrochen wurde benötigte mehr als eine Stunde für die 25 km. Heute wäre die Fahrt bei tiefen Wasserständen gut auch mit einem normalen PW machbar gewesen, wenn jedoch mehr Wasser in den Flüssen liegt, wird die Durchfahrt auch mit einem 4x4 schwierig.
Unterwegs fotografierte ich diese beeindruckende Spinne, welche einem Buchstaben glich, der auch als Vorbote für Kommendes in Drake Bay hätte gelesen werden können.
In Drake Bay wo der Legende nach der englische Seefahrer Sir Francis Drake anlegte, liegt die Anlegestelle der Boote, welche die Touristen in den Corcovado-Nationalpark bringen. Hier sind auch einige einfache Unterkünfte sowie ein paar gehobenere zu finden. Ebenso gibt es einige Restaurants, welche die Urlauber bekochen.
Wir hatten eine Reservation in einem der angeblich besseren Hotels etwas ausserhalb des Ortes, welches wir nach etwas suchen auch fanden. Hinweisschilder sahen wir leider keine. Als wir im Hotel ankamen wusste die lokale Mannschaft nichts von ihrem Glück, sie wurden nicht über unsere Ankunft informiert. Als wir uns die Zimmer ansahen, verging uns die Lust. Über eine enge Wendeltreppe waren diese im ersten Stock erreichbar, die Badezimmer jedoch im Erdgeschoss. Die Umgebung des Hotels gab absolut nichts her, keine Sicht auf Nichts, kein Garten, in dem man sich hätte aufhalten können. Dazu noch zwei stinkende Hunde, welche uns dauernd zwischen den Beinen herum strichen.
Wir entschieden uns, die Reservation sausen zu lassen und eine andere Unterkunft zu suchen. Im Ort selber wurden wir leider nicht fündig, da am heutigen Sonntag alles einigermassen in Frage kommende ausgebucht war. Wir fuhren deshalb auf die andere Seite der Halbinsel, wo wir in Puerto Jimenez in einem gut gepflegten B&B fündig wurden.
Vicky, unsere Gastgeberin empfahl uns eine Pizzeria, welche sehr gut koche und auch gut zu Fuss erreichbar sei. Wir machten uns auf den Weg dorthin und wurden nicht enttäuscht. Ein griechischer Salat für vier ging drei Pizzen und meiner Portion Spaghetti Aglio Olio e Peperoncino voraus. Alle Hauptgerichte waren sehr gut, ein absolut lohnender Besuch, der uns mit dem Fehlschlag wieder versöhnte.
Die Besitzerin verfügte zudem über guten Humor, welchen sie in einigen Schildern zeigte. Hier auf der grossen Tafel nennt sie den Tarif für Ausreden am Telefon.
Sollte eine Braut oder Verlobte oder gar eine Ehefrau anrufen und nach jemandem fragen, gilt:
- er bricht gerade auf, 5$
- er ist auf dem Heimweg, 7$
- nein, hier ist er nicht, 9$
- wir kennen ihn nicht 15$
Auf dem kleinen Schild steht: Heute schreiben wir nicht an, morgen schon!
Auf dem linken Schild ist zu lesen: Ich mag es nicht, wenn wir zerstritten sind, bitte entschuldige dich!
Rechts ist zu lesen: Geschäftszeiten - wir öffnen, wann wir ankommen, wir schliessen, wann wir gehen
Schliesslich noch die Aufklärung dieses Bildes: Brigitta mag kein Bier aus einem metallischen Becher. Ich bestellte ihr deshalb ein Glas, welches die Besitzerin auch sofort brachte, jedoch mit einem Zwinkern meinte, sie hätte keine Alkohol-Lizenz und serviere Bier deshalb in Metallbechern, damit deren Inhalt nicht einfach zu erkennen sei. Das erklärte nachträglich auch, dass auf der Getränkekarte kein Bier angeboten wurde. Erfinderisch muss Frau sein!
