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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Dritte Etappe - Florida
The River of Grass - die Everglades
Der Süden der Florida-Halbinsel ist von Wasser geprägt. Der Everglades Nationalpark schützt einen grossen Teil dieses aussergewöhnlichen Raumes. Die Niederschläge und Flüsse Floridas verschwinden hier im tiefen Gras und entleeren sich schliesslich in den Golf von Mexico. Vor einigen Jahrzehnten sollten die Sümpfe stillgelegt werden, davon hat man aber mittlerweile Abstand genommen. So gibt es hier heute noch grosse Sümpfe, die Heimat für viele Tiere sind.
Ein typisches Bild der Landschaft: Gras, welches im Süsswasser steht , sowie auf der linken Seite ein kleiner sogenannter Hammock, der anzeigt, dass hier das Wasser nicht ganzjährig stehen bleibt. Der Untergrund erhebt sich wenige Dezimeter über die Umgebung und bietet so Lebensraum für eine spezielle Lebensgemeinschaft von Pflanzen.
Eine von zwei Geierarten, welche in Florida heimisch sind ist der Black Vulture, ein nicht gerade hübsches Tier. Diese Vögel lieben es, bei den parkierten Autos die Gummis aus den Scheibenwischern und von den Frontscheiben zu knabbern und so die Autos zu beschädigen. Wenn man länger parkiert bleiben will, stehen Abdeckplanen mit Gummis zur Verfügung, mit welchen man das Auto bedecken kann.
Ein kleiner, aber hübscher Vogel ist dieses Sumpfhuhn, hier Purple Gallinule genannt. Mit seinen grossen Füssen steht es gut auf Seerosenblättern und deren Stengel.
Neben den Tieren gibt es hier auch viele Pflanzen, welche für dieses Gebiet typisch sind: Hier viele Bromelien sowie Tilandsien, welche hier unter dem Oberbegriff Air Plants bekannt sind. Sie heissen so, weil sie Wurzeln bis zum Boden haben. Sie halten sich an den „Wirtspflanzen“ fest, ohne diese jedoch zu beschädigen. Sie leben ausschliesslich vom Regen und den Nährstoffen, welcher dieser mit sich bringt. Oft sind Sträucher und Bäume fast bis zur Unkenntlichkeit mit solchen Pflanzen bewachsen.
Ein weiterer Black Vulture, diesmal auf einem Baum posierend. Er liess mir alle Zeit für die Fotografie, wie wenn er sich im Internet veröffentlichen lassen wollte. Diesen Wunsch erfülle ich ihm gerne.
Als wir zuunterst im Park ankamen, verdüsterte sich der Himmel und einige Regentropfen fielen. Diese waren jedoch kein Problem, da die Temperatur trotzdem angenehm blieb. Ein gröberes Problem waren jedoch die Mücken, welche uns in kürzester Zeit beinahe auffrassen. Ich hätte mich eigentlich an diese Plaggeister erinnern sollen, da ich hier schon mal mit Brigitte mit einem Wohnmobil campte und wir schon damals viele Stiche zählten. Zum Glück brachte Ruth Anti-Mücken-Mittel auf den Ausflug mit, meines blieb im Hotel. Eine Folge des fortgeschrittenen Alters?
Die Mückenplage war am Schlimmsten, als ich diesen Osprey fotografieren wollte, welcher gerade seinen Lunch genoss. Er brachte einen Fisch auf den trockenen Baum und riss mit seinem scharfen Schnabel grosse Stück heraus und schlang sie herunter. Zwischen den einzelnen Bissen richtete er sich immer wieder auf und blickte umher, um die Konkurrenz frühzeitig zu erkennen. Während der ganzen Zeit wurde er in Ruhe gelassen. Die Mücken belästigten ihn offensichtlich nicht.
An einigen Stellen ist das Wasser brackig, dort dringt Meerwasser in die Seen ein. Mangroven - in diesem Fall Red Mangrove - können mit ihren spinnenartigen Wurzeln in diesem Wasser problemlos überleben. Sie bilden ein undurchdringliches Gewirr, wenn dann noch die aggressiven Mücken dazu kommen, ist die Hölle fast schon perfekt. Zum Glück hat die Parkverwaltung hier einen Boardwalk eingerichtet, auf dem es sich sehr angenehm geht.
Den Abschluss der heutigen Expedition macht ein White Egret, ein Reiher. Er stand im untiefen Wasser und frass immer kleine Fische, welche sich ihm unvorsichtigerweise näherten.
