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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
Die ehemalige Hauptstadt Potchefstroom - eine leichte Enttäuschung
Heute machten wir uns auf den Weg in die alte Hauptstadt Potchefstroom. Ab 1848 war diese Stadt die Hauptstadt der Südafrikanischen Republik. Später wurde die Stadt in dieser Funktion durch Pretoria abgelöst. Heute beherbergt die Stadt eine wichtige Universität, welche die einzige Uni in Südafrika ist, wo noch fast ausschliesslich in Afrikaans unterrichtet wird. Dies soll nun langsam geändert werden, aus verständlichen Gründen.
Bevor wir uns jedoch auf den Weg in Richtung Südwesten machten, wollen wir uns noch den Constitution Hill in Johannesburg ansehen. Das dortige Fort diente zeitweise als Gefängnis, welches auch zwei später berühmte Gefangene beherberge. Mahatma Ghandi und auch Nelson Mandela sassen hier während längerer Zeit ein. Heute dient die Festung für Ausstellungen und als Dokumentation ihrer Vergangenheit. Vom Festungswall aus gibt es einen schönen Ausblick auf Johannesburg, einmal mehr in einem Meer von Jacarandas.
Die ehemaligen Wachttürme auf dem Festungswall stehen heute leer, sie haben keine Funktion mehr. Eine Landesflagge wehte heute schön im Wind.
Der nächste Stopp galt der Gold Reef City, wo man in eine ehemalige Goldmine hinunter steigen kann sowie angeblich viel über Förderung des Erzes lernt. Uns stiess die Chilbi-Atmosphäre jedoch so ab, dass wir gar nicht erst in den Park gingen. Riesenräder, Tütschibahnen und weitere sogenannte Attraktionen vermochten uns nicht anzuziehen. Disney-Land in einer ehemaligen Goldmine - es geht auch ohne.
In der ehemaligen Hauptstadt war nicht viel los, ausser einigen älteren Häusern war nichts mehr von der einstigen Grösse zu sehen.Wir begnügten uns mit einem Spaziergang durch die Haupt-Einkaufsstrasse, wo ein Coiffeursalon mit seiner allmächtigen Schutzherrschaft um Kunden warb. Der Coiffeur kann jede erdenkliche Hilfe gebrauchen, wenn er die kunstvollen Frisuren auf die Köpfe der Kunden und Kundinnen zaubert. Viele Frauen glätten ihre Haare, ihr natürlichen Locken sehen nicht genug westlich aus. Bei uns geben viele Kundinnen viel Geld aus, um ihre glatten Haare mit ebensolchen zu verziehren. Hans im Schnäggeloch lässt grüssen!
Der geneigte Kunde und die Kundin kann aus einer Vielzahl von Frisuren auswählen. Diese werden anschliessend kunstvoll gezaubert. Meine kurzen Haare eigneten sich zum Glück nicht für diese Art der Verschönerung. Auch mit längeren Haaren hätte ich vermutlich darauf verzichtet. Wenn ich so in der Schweiz rumlaufen würde, wäre die Einweisung in die Klinik wohl nicht weit weg.
Dieses Geschäft bot allerlei Kleider zum Kauf an. Ich vermute, dass die Werbung in einer lokalen Sprache etwas anderes bedeutet, als in English. Wer will schon Crap kaufen?
Der heutige Tag war leider eine leichte Enttäuschung, zumindest was die Sehenswürdigkeiten betrifft. Das Sommerwetter entschädigte uns aber voll und ganz.
