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- Kategorie: Malaysia 24
Nochmals zwei Tage in Kuala Lumpur - Viel Religion und trotzdem noch etwas Weitsicht
Nach unserer Rückkehr vom Taman Negara wollten wir zuerst noch einen ganzen Tag in Kuala Lumpur verbringen und dann weiter reisen. Doch schon am ersten Morgen wurde uns klar, dass wir mehr Zeit brauchen würden. Wir buchten deshalb eine dritte Nacht in unserem Hotel. Es gab viel Religiöses zu sehen, was wir uns nicht entgehen lassen wollten.

Etwa 10 km nördlich unseres Hotels lagen die Batu-Caves, eine für viele indisch-stämmige Malaien wichtige Religionsstätte. Wir wollten uns diese nicht entgehen lassen und liessen uns von einem Grab-Fahrer dorthin bringen. Der Haupteingang zur Anlage verspricht schon viel.

Die Höhlen liegen in einem grossen Kalksteinmassiv. Sie sind über eine lange Treppe zugänglich. Dort hinauf und wieder heruntersteigen ist in der hiesigen Hitze ziemlich schweisstreibend. Aber lohnenswert.

Wie üblich in Hindu-Tempeln war alles sehr, sehr farbig. Viele kleine und kleinste Figürchen in den unterschiedlichsten, meist grellen Farben standen in jeder noch so winzigen Nische.

Den Eingang zur Treppe bewacht aber eine grosse Figur. Sie stellt sicher, dass sich nur bezahlende Besucher nähern. Warte mal, das kann nicht sein! Der Besuch der Anlage ist gratis. Also muss sie eine andere Aufgabe haben.

Die Treppe von unten. Auf beiden Seiten und auch in der Mitte gab es Handläufe, an denen ich mich festhalten konnte. Die Schweisstropfen fielen einfach auf den Boden.

In den Wäldern rund um die Anlage lebten viele Affen, die von den Touristen Nahrung erbettelten. Sie waren aber nicht aggressiv.

Die erste grosse Tropfstein-Höhle enthielt ebenfalls einen Tempel. Vor einigen Tagen fand hier eines der wichtigsten Feste statt, noch stehen Teile der damaligen Installationen in der Höhle. Die Treppe auf der rechten Seite führt nochmals zu einer Höhle, die wir selbstverständlich auch erkunden wollten.

Die obere Höhle war keine wirkliche Höhle, ihr Dach ist schon vor langer Zeit eingebrochen und der offene Himmel sorgte hier für Licht. Die kleine Tempelanlage darf wie alle Hindu, Buddhismus und Islam Anlagen nicht mit Schuhen betreten werden. Allerdings gilt es hier lediglich für den eigentlichen Tempel, die restliche Anlage ist mit Schuhen zugänglich.

In der ganzen Anlage lebten viele Hühner, die wie auch dieser Hahn ebenfalls um Futter bettelten. Bei uns gab es, ausser einigen Schweisstropfen, nichts zu holen, er zog bald wieder zu mehr versprechenden Futterstellen.

Der Blick von oben auf die Treppe zeigte den grossen Platz vor der Anlage sowie dahinter die Hochhäuser des modernen Kuala Lumpur. Während der Feste ist der Platz jeweils voller Leute und auch die Treppe ist voller auf- und absteigender Gläubigen. Nichts für mich.

Figürchen und noch mehr Figürchen von allerhand Gottheiten schmückten dieses Dach.

Viele Hindus lassen sich den Kopf kahl scheren. Dieses Angebot war auch beim Tempel vorhanden. Genauso wie die Möglichkeit, sich allerhand Metallteile ins Ohr stechen zu lassen. Beides für mich keine Optionen. Auch in dieser kommerziellen Ecke ging es nicht ohne Farben.

Andere Farben gab es bei den vielen Ständen rund um den Vorplatz. Süssigkeiten in allen Formen und Farben waren hier im Angebot. Auch dies für uns ohne Interesse.

Der nächste Halt galt dann der Masjid Jamek, welche wir schon am ersten Tag besichtigen wollen. Damals war sie geschlossen, heute jedoch geöffnet. Im Gegensatz zu den Hindu-Tempeln war diese viel schlichter. Bild und Figürchen gab es keine, und auch die Farben waren viel dezenter.

Eines der Wahrzeichen von Kuala Lumpur sind die Zwillingstürme der Petronas-Tower, die mit ihren 452 m Höhe die Stadt überragen. Für einige Jahre waren diese Türme die höchsten Gebäude der Welt. Heute werden sie jedoch schon von einigen anderen überragt.

Vom Boden aus war es schwierig, sie aufs Bild zu bannen. Insbesondere mit einem Weitwinkel für etwas Kontakt zur Linken und zur Rechten werden die Häuser verzogen. Eine Drohne hatte ich nicht zur Verfügung. Wir konnten die Türme nicht besuchen, Tickets wären erst in 10 Tagen erhältlich gewesen.

Einige Strecken innerhalb der Stadt legten wir jeweils mit der U-Bahn zurück, deren Netz sehr dicht ist. Mir gefiel dieses Schild mit den Hinweisen für die für Behinderte reservierten Sitze. Das Zweite von links verstand ich jedoch nicht ganz. Offenbar eine schwangere Dame, deren Ungeborenes schon schreit?

Nach dem vielen Stahl und Glas der Tower war es wieder einmal Zeit für etwas templiges. Der Sri Mahamariamman Tempel gilt als der älteste Hindu-Tempel in Malaysia. Für uns ein absolut notwendiger Zwischenstopp.

Auch hier war der Hauptraum sehr farbig.

In einem Nebenraum gab es noch mehr Farben. Viele Figürchen standen vor einer imaginären Landschaft. Bedeutung? Keine Ahnung.

Schliesslich war es dann aber doch mal Zeit für etwas mehr Übersicht über Kuala Lumpur. Der KL Tower, ein Fernmelde-Turm, kann ebenfalls besichtigt werden. Insgesamt misst er 421 m, doch die höchste, zugängliche Aussichtsplattform liegt auf 300 m über dem Boden. Da mussten wir hoch. Mit dem Lift.
Die Aussicht über die Stadt ist grandios. Die meisten Hochhäuser liegen dem Betrachter zu Füssen, die Petronas-Towers sind noch etwas höher.

Eine der Attraktionen hier ist die sogenannte Skybox. Diese Struktur mit einem Glasboden geht über den Rand hinaus und man hat lediglich eine dünne Glasscheibe zwischen sich und dem 300 m freien Fall. Meine Bilder gibt es hier.

Der Blick in eine andere Richtung zeigt weitere Hochhäuser. Überall wurde gebaut und noch mehr gebaut. Ganze Strassenblöcke mit kleineren Häusern weichen Wolkenkratzern. Kuala Lumpur hat noch viel vor.

Hier war die Transformation schon weit fortgeschritten. Stahl und Glas dominierten das Stadtbild.

Etwas Erfrischung nach der anstrengenden Liftfahrt brachte diese spezielle Wassermelone. An vielen Stellen in der Stadt waren diese im Angebot. Ein oder zwei runde Löcher wurden in die Frucht gebohrt und mit einem Mixer anschliessend das Fruchtfleisch zerhackt. Einige Eiswürfel kühlten das Getränk, welches mit den Strohhalmen genossen werden kann. Eine interessante Variante.

Zum Abschluss gab es dann nochmals Religion. Diesmal aber chinesische. Auch hier wieder Farbe und Figuren.

Der Thean How Temple wurde erst 1989 eröffnet und gilt als eine der grössten chinesischen Anlagen in Südost-Asien. Daneben ist er bei den lokalen Chinesen äusserst beliebt für Heiratszeremonien. Im Innern gab es ein Büro, wo sich die Heiratswilligen registrieren lassen konnten. Die nächsten Termine waren allerdings erst in etwa einem Monat verfügbar. Da muss die Geburt des Nachwuchses schon frühzeitig geplant werden!

Das chinesische Neujahr steht in einigen Tagen an, schon jetzt gab es aber viele rote Laternen, welche wohl dann zum Einsatz kommen werden.

Der Hauptraum der Anlage enthielt eine grosse Statue der Meeresgöttin Thean How, der Namensgeberin des Tempels. Die vielen Säulen links und rechts enthielten wieder Figürchen mit Zetteln.

Als ich aus dem Hauptraum wieder ins Freie trat, warfen die vielen Laternchen ein hübsches Schattenmuster auf den Boden.

Ein Happy Buddha war auch hier vertreten.

Von einer der 6 Terrassen gab es eine andere Sicht der Anlage. Über dem Laternenmeer war die moderne Stadt zu erkennen.
Damit kam unser Aufenthalt in Kuala Lumpur zu einem vorläufigen Ende. Morgen mieten wir uns ein Auto und fahren in den Süden nach Malakka, einer der ersten von Europäern besiedelten Stadt, die ich noch nicht kenne.