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- Kategorie: Teil I: Cruise Trieste nach Durban
Zwei Tage auf La Réunion
Der Hafen von La Réunion liegt etwa 20 km von der Inselhauptstadt St-Denis entfernt. Die lokale Tourismus-Behörde bietet einen Shuttlebus an, welcher die Touristen vom Hafen ins Zentrum führt. Am ersten Tag machten wir von diesem Angebot gerne Gebrauch.

Mitten in der Stadt steht diese Siegessäule, welche der Gefallenen des ersten Weltkriegs gedenkt. Hier ändert die wichtigste Strasse der Stadt ihren Namen. Vom Meer her bis hierhin ist es die Avenue de la Victoire, von hier aus bergan ist es die Rue de Paris.

Im Zentrum war am heutigen Samstag nicht allzu viel los, viele Geschäfte hatten geschlossen. Die meisten Häuser im Zentrum waren maximal 2 - 3 geschossig. Häufig Blechdächer, die bei den häufigen Regenfällen sicher einen Höllenlärm veranstalten. Die Rotlichter wurden wie in Europa üblich, sehr gut beachtet. Auch wenn es keine solche hatte, genossen wir als Fussgänger immer Vortritt, wenn wir einen Fussgängerstreifen benutzten.

Am Ende dieser Strasse ist das Minarett der Noor-e-Islam Moschee zu erkennen. Links und rechts sind es hier vor allem Wohnhäuser, oft mit einem kleinen Geschäft im Erdgeschoss.

Erdnüsschen sind bei den Einheimischen ebenso beliebt, wie bei den Touristen. Dieser ältere Herr rechnet offenbar mit grösserer Nachfrage im Laufe des Tages. Am frühen Morgen lief noch nicht so viel.

Die Moschee aus der Nähe. An der Strasse gab es keinen Eingang in den Innenhof, lediglich ein grosses Warenhaus belegte viel Fläche. Wo genau sich Eingang zum Innenhof befand, fanden wir nicht heraus.

Tati, ein im 14ême Arrondissement von Paris sehr berühmtes Billigst-Warenhaus hat auch hier einen Ableger.

Wir hatten bei unserem Besuch einmal mehr Pech: Das Hôtel de Ville, das Bürgermeisteramt war leider gerade eingerüstet und so nicht besonders attraktiv. Das Hôtel gilt als das schönste Gebäude der Insel. Kann ja jeder behaupten, wenn er es einkleidet.

Die grosse Markthalle hat ein Dach aus Stahlblech und die meisten anderen Strukturen sind aus Gusseisen. Von aussen sieht das Gebäude vielversprechend aus, innen hat es leider nur mehr Souvenir-Geschäfte ohne interessante Spezialitäten. Meistens Importware aus Fernost.

Dieses Haus könnte ebenso gut in einer französischen Provinzstadt stehen.

Im Untergeschoss ein Kleidergeschäft und darüber Wohnungen. Vergleichbares gibt es in vielen französischen Provinzstädten.

Dieses Haus an der Rue de Paris heisst Maison Deramond - Barré. Ein imposantes Gebäude aus den 1830-er Jahren, welches leider nicht zugänglich ist. Der frühere französische Premierminister (1976 - 1981) Raymond Barré wuchs hier auf.

Sogar UBER ist mit UBER-Eats hier präsent. Ob es auch den Fahrservice gab, konnte ich mangels Internet in der Stadt nicht herausfinden. Diesen Service hätten wir ohnehin nicht gebraucht.

Eine weitere Baustelle erwartete und an der Avenue de la Victoire. Die Cathedrale de St-Denis war auch gerade eingerüstet. 1832 wurde sie eröffnet und wird nun wieder auf Vordermann gebracht.

Der Innenraum ist recht schlicht gehalten, wirkt aber durchaus hübsch.

Dort wo die Avenue de la Victoire zum Meer hinunter geht, liegt die Place Général de Gaulle, welche heute leider auch gerade renoviert wurde und damit nicht zugänglich war.
Nach all den Baustellen und Gerüsten hatten wir genug und kehrten zum Schiff zurück.
Am Sonntag hätte es einen vom Schiff organisierten Ausflug gegeben, der um die ganze Insel herum geführt wäre. Einen ganzen Tag in einem Bus mit 45 fremden und meist wohlbeleibten Mitpassagieren zu verbringen, war für uns keine Option. Für die eigene Organisation war die Zeit wiederum zu kurz. Wir entschieden uns deshalb, die kleine Ortschaft Le Port in der Nähe des Hafens zu besuchen.

Die Kirche wurde aus Basalt erbaut. Am heutigen Sonntag fand gerade eine Messe statt, welche wir nicht stören wollten.

Für die kleine Ortschaft leistete sich die Kirche hier ein riesiges Gebäude! An der Messe nahmen lediglich einige wenige Personen teil, genau so wie auch in Europa.

Sonntage sind auch im Tropenparadis Tage der hochgezogenen Trottoirs. Ausser einem einsamen Fahrradfahrer waren heute kaum Personen unterwegs. Die Geschäfte waren ohnehin geschlossen.

Das Kino wirbt zwar mit Dolby-Stereo, doch wann hier der letzte Film gespielt wurde, war nicht ersichtlich. Ein Programm gab es nirgends.

Eine geöffnete Bar versuchte sowohl Einheimische als auch Touristen für die Fremdenlegion zu begeistern. Es gibt offenbar ein Rekrutierungsbüro in der Nähe. Glücklicherweise bin ich für eine solche Connerie zu alt. Und mein Leben möchte ich auch nicht ändern, sicher nicht mit einem Eintritt in die Legion.