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- Kategorie: Florida 22
An der Golfküste bei Naples
Wir verliessen Ft. Myers und fuhren über Ft. Myers Beach nach Naples. Ft. Myers Beach wurde vom Hurricane sehr stark verwüstet, viele Häuser sind nur noch Ruinen und auch die meisten Geschäfte sind ausradiert. Ich habe keine Fotos gemacht, da ich nicht gerne das Elend anderer Menschen voyeuristisch ausnütze. Einige Bilder gab es zudem schon in einem früheren Post.
Naples ist eine der reichsten Gegenden Floridas, ich kenne dieser Stadt schon seit vielen Jahren und habe sehr gute Erinnerungen. Zwei Tage verbrachten wir diesmal in der Gegend.

Auch in Naples gibt es einen schönen Pier, der weit in den Golf hinaus ragt. Ein Warnschild beim Eingang zum Pier warnte bei unserem Besuch vor verschmutztem Strand und vor vielen Gegenständen im Wasser bedingt durch den Hurricane. Der Hurricane ging auch hier nicht spurlos vorbei.

Und tatsächlich, der Pier war einmal. Die beiden Strukturen mit den Dächern waren früher Geschäfte, wo man Erfrischungen und Fischerutensilien kaufen konnte. Weiter draussen gab es früher nochmals eine grosse Halle, wo man im Schatten sitzen konnte. Alles weg, der Pier ist zerstört.

Bei unserem ersten Besuch war das Wetter wenig einladend, zwar regnete es nicht, doch die Wolken hingen gefährlich über dem menschenleeren Strand. Wir kehrten bald um …

… und spazierten statt am Strand in der Hauptstrasse. Diese war schon für die kommenden Festtage geschmückt. Die meisten Häuser an der 5th Avenue sind neueren Datums, die alten und einstöckigen Gebäude sind fast alle verschwunden. Der Landpreis hier ist in den letzten Jahren förmlich explodiert.

In einem Schaufenster sass diese ältere und verschmitzt dreinschauende Dame. Auf ihrem Tuch steht ein interessanter Spruch: „Gestern sah mein Ehemann einen Schwabenkäfer in der Küche. Er reinigte alles sehr intensiv. Heute platzierte ich einen Schwabenkäfer im Badezimmer“. Böses, hinerlistiges Weib!

Auch in Naples gab es Streetart, hier ein Herr, der wohl gerade in einen Hundekot getreten ist. Shit happens …

Mit was man alles Geld machen kann! Ein Putzinstitut mit dem Namen Jani King offeriert Franchising. Damit kann jedermann unter diesem Namen ein Putzinstitut betreiben und muss „nur“ einen Teil seines Umsatzes als Lizenzgebühr abgeben.

Am nächsten Tag war das Wetter dann viel besser und wir konnten wie geplant am Strand spazieren gehen. Vom Strand aus sah der Pier noch viel deprimierender aus. Bis zu den beiden Ruinen der Shops gab es wenigstens noch etwas Geländer, weiter draussen standen nur mehr die Betonpfeiler. Die eher typische amerikanische Familie im Vordergrund spazierte heute nicht sehr weit am Strand, bald schon wurde wieder der 5.7l urbane, in den USA hergestellte Panzer bestiegen.

Zwei Kormorane sassen auf den Überresten eines weiteren Piers am Umkehrpunkt unseres Spaziergangs.

Bei Sonnenschein präsentierte sich der Strand wunderschön. An der Wasserlinie lagen allerdings viele kleine Muschelschalen, was das barfuss gehen zeitweise schwierig machte. Die meisten Leute bleiben rund um den Pier, je weiter weg wir kamen, desto weniger Badende und Sonnenanbeter waren am Strand.
Morgen heisst es schon wieder Abschied nehmen vom Golf, wir fahren zurück in die Gegend von Miami.
