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- Kategorie: Cruise von Rom nach Tampa, Florida
Eine mir völlig unbekannte Stadt in Spanien: Cartagena
Vor einigen Jahren besuchte ich Cartagena, eine hübsche Stadt in Kolumbien und wann immer ich diesen Namen höre, denke ich an jene Stadt. Dass es in Spanien südlich von Alicante ebenfalls ein Cartagena gibt, war mit nicht bewusst. Heute legten wir den ganzen Tag hier an und ich hatte Gelegenheit, die Stadt zu erkunden.

Die Anlegestelle lag nur wenige Meter vom Stadtzentrum entfernt und so war ich schon früh unterwegs, bevor die ganze Meute über die Stadt herfiel. Das Ayuntamiento, das Bürgermeisteramt, liegt sehr nahe beim Hafen und grüsst die Ankömmlinge mit seiner schönen Architektur und frisch renoviertem Äusseren.

Grosse Teile der Innenstadt sind autofrei, lediglich ab und an fährt ein Lieferwagen durch die Strassen. Sonst ist alles sehr gemütlich und ruhig. Die ganze Fussgängerzone ist mit Steinplatten ausgelegt und absolut sauber.

Offenbar lesen viele Spanier ihre Zeitungen und Zeitschriften noch in Papierform, jedenfalls gab es einige dieser hübschen Kioske in der Stadt. Neben Zeitschriften verkauften diese Kioske auch Spielzeug für Kinder sowie sonstigen Kleinkram.

Viele der älteren Hauser haben Balkone vor ihren Fassaden. Die Strassen wiederum werden mit Pflanzenkübeln aufgelockert.

Grössere Plätze sind immer auch eine gute Gelegenheit für Strassencafés, welche heute sehr gut besucht waren. Um die Mittagszeit waren ausnahmslos alle Tische besetzt. Meinen Cortado erhielt ich dennoch.

Bei einem der grossen Plätze in der Innenstadt standen zwei riesige Gummibäume, die auch einigen Strassencafés Schatten spendeten.

Ein grosser Nachteil der Steinplatten in der Innenstadt sind die Kaugummis, welche auf den Platten und Schuhen kleben und beim Drauftreten unappetitliche Fäden ziehen. Diese Dame ist eine Mitarbeiterin der Stadt, deren Aufgabe es ist, diese Schandflecken zu beseitigen. Wie genau das Gerät funktioniert weiss ich nicht, auf jedenfalls gibt es nach ihrer Behandlung keinen Rückstand.

Die Römer waren zu ihrer Zeit auch in Cartagena präsent und bauten ein grosses Theater, dessen Ruinen noch heute hier zu bestaunen sind. Im Sommer finden hier auch heute Open-Air Anlässe statt.

Auf der von meinem Standort aus gegenüberliegenden Seite des Theaters stand einst eine grosse Kirche, die aber schon vor hunderten von Jahren zerstört wurde.

Wenn man dann auf der anderen Seite vor der Kirche steht, sieht diese noch einigermassen intakt aus, lediglich die blaue „Farbe“ der Fenster irritiert. Einzelne Teile der Fassade wurden so stabilisiert, dass nicht auch sie noch einbrechen.
Nach einer langen Stadtwanderung kehrte ich zum Schiff zurück und nach der Dusche und dem Dinner war die Anstrengung vergessen. Eine interessante Stadt, die ich gerne wieder einmal besuchen werde.

Kurz nach 04:00 Uhr erwachte ich, da die Biologie ihren Tribut zollte. Durch das Kabinenfenster bemerkte ich Lichter am Horizont und beschloss an Deck zu gehen und mir die Strasse von Gibraltar näher anzusehen. In der Dunkelheit war die Fotografie eher schwierig, dennoch ist auf der linken Seite der Felsen von Gibraltar zu sehen und links davon vermutlich die marokkanische Stadt Ceuta. Um etwa 04:30 verliessen wir das Mittelmeer und sind nun für den Rest der Reise im Atlantik. Der Vollmond liess sein fahles Licht aufs Meer scheinen.
