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- Kategorie: Panama 21 / 22
Auf nach Santa Catalina, dem Surf-Hotspot in Panama
Für die nächsten beiden Nächte buchte ich uns ein schönes Hotel in Santa Catalina am Pazifik. Santa Catalina gilt gemeinhin als der beste Surfspot in Panama - wenn es viel Wind und Wellen hat. Das Navi rechnete für die 180 km Fahrstrecke mit 2:45 Stunden Fahrzeit. Ich rechnete mit meinem Fahrstil mit eher 3:30 Stunden, da wir unterwegs öfter eine Besichtigung einschalten.
Die ersten Kilometer ging es dementsprechend flott voran. Auf Grund meiner Erfahrungen in Mexico mit korrupten Polizisten hielt ich mich penibel an die Geschwindigkeitslimiten. Das tönt allerdings einfacher, als es ist: Die panamesische Hauptschlagader, die Panamericana, welche das ganze Land durchquert, hat sehr unterschiedliche Limiten. In Ortschaften oft 40 km/h, ausserorts meist 80 km/h, ab und zu sogar 100 km/h. Es können aber auch mal 60 km/h oder noch andere interessante Ziffernkombinationen aktiv sein. Wann und wo genau welches Limit gilt, hat sich mir noch nicht erschlossen. Ab und zu stehen Polizisten am Strassenrand, einige mit Motorrädern, andere mit Autos. Einige schauen recht gelangweilt aus der Uniform, wieder andere zielen mit einer Laserpistole auf den kommenden Verkehr. Erwischte Schnellfahrer stehen dann mit schuldbewusstem Blick am Strassenrand und diskutieren mit den Beamten. Ich meinerseits kann gut auf eine solche Diskussion verzichten.
Die letzten 15 km jedoch waren sehr mühsam. Zwar keine Polizisten auf Motorrädern, dafür lagen einige Sleeping Policemen (Schwellen) meist im Schatten von Bäumen inmitten der Strasse. Die Schwellen sind bösartig, mit mehr als Schritttempo kann man sie nicht befahren. Wenn mal keine Schläfer auf der Strasse waren, dann gab es im Schatten der Bäume sicher brutale Schlaglöcher. Und Baumschatten gab es viele! Für die 15 km brauchten wir im Schritttempo beinahe eine Stunde! Total waren es dann gute 4:30 Stunden Schleichzeit.

Gegen 14:30 Uhr kamen wir im Hotel an und genossen zuerst einmal einen Kaffee und frisches, kühles Wasser. Der Blick auf den Pool versprach schon mal viel. Der Strand unterhalb des Hotels hingegen ist bei Ebbe nichts besonderes. Viele Felsen und fast kein Sand. Es soll etwas entfernt schöne Sandstrände geben, das werden wir morgen erkunden.

Unser Hotel liegt etwas abseits des Hauptortes auf einer Klippe. Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns zu Fuss auf den Weg zum Zentrum. Zentrum bedeutet in diesem Fall jedoch lediglich einige Häuser und einen schönen, breiten Sandstrand. Bei Ebbe allerdings auch hier nichts Besonderes. Etwa eine gute Bootsstunde entfernt liegt die Insel Coiba, die heute ein Nationalpark ist. Dorthin gehen die Taucher und Schnorchler, um ihrem entsprechenden Sport zu frönen. Coiba ist nicht die kleine Insel hier vor der Küste, diese ist auf der rechten Seite der kleinen Insel knapp auszumachen.
Ab 1918 war Coiba ein grosses Gefängnis, in welchem die bis zu 3000 Insassen zur landwirtschaftlichen Arbeit gezwungen wurden. Das gesamte panamaische Strafwesen wurde mit den Produkten der Insel versorgt. Die Flucht von der Insel war praktisch unmöglich, das sie zu weit vom Festland entfernt liegt. 1992 erfolgte dann die Gründung des Nationalparks.

Nicht nur unter Wasser, wo ein grosses Korallenriff auf die Taucher wartet, ist die Gegend sehr interessant. Viele Bäume sind mit Bromelien-Gewächsen überwachsen. Dieses Exemplar leuchtet schön rot.
