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- Kategorie: Canarias 20
Durch den Lorbeer-Wald zum gelben Sandstrand
Auf den meisten Inseln der Kanaren gibt es auf Höhen ab 500 m einen sogenannten Lorbeerwald. Die Zusammensetzung der Pflanzenarten wechselt je nach Insel. Auf Teneriffa liegt der Wald vor allem im Norden der Insel, auf der regenreichen Seite. Gestern gaben wir unsere Fahrt auf, weil die Wolken zu tief hingen, heute früh sah es besser aus und wir fuhren nochmals los.

Es heisst, dass diese Wälder in der subtropischen Nebelwald-Stufe wüchsen, etwas, was wir nach unserer heutigen Erfahrung bestätigen können. Auf vielen Strecken begleitete uns heute der Nebel, doch die Aussicht auf das Meer war zwischenzeitig immer wieder grossartig.

Viele Berghänge hier sind noch von zusammenhängendem Wald bewachsen, hier ist es auch ausnehmend schwierig, Landwirtschaft zu betreiben. Die Berghänge sind extrem steil und unzugänglich.

An anderen Stellen sind die Berge allerdings mehr oder weniger kahl, wenn es irgendwie möglich ist, wurden Terrassen für die Landwirtschaft angelegt. Die menschlichen Siedlungen sind hingegen weit über die Berge verstreut.

Eine Nahaufnahme eines Lorbeerbaumes, dieser ist fast vollständig mit Moosen und Flechten bewachsen. Der Nebel liefert die notwendige Feuchtigkeit für diesen Bewuchs.

Eine Nahaufnahme einer Bart-Flechte, welche hier sehr gut gedeiht.

Auch solche sogenannte Blatt-Flechten finden sich überall auf den Bäumen.

An einer Stelle wurde eine Strasse in den festen Fels eingefräst, die Wände sind bereits wieder mit allerlei Moosen und Flechten bewachsen. Irgendwie erinnerte ich mich hier an ein Theaterstück mit dem Satz: "Durch diese hohle Gasse muss er kommen ...".

Der Norden von Teneriffa ist sehr grün, ganz im Gegensatz um Westen und Süden, welche wiederum sehr wüstenhaft sind. Der Nebel und der Regen sorgen hier für intensiven Bewuchs, wo die Feuchtigkeit fehlt, kann auch nichts wachsen.

Je weiter die Fahrt in Richtung Meer führte, desto anders wurde die Vegetation: Es gab viele Euphorbia canariensis, wie die helleren, grösseren Strukturen am gegenüberliegenden Hang.

Und dazwischen selbstverständlich immer wieder die Aeonium, eine Art der Dickblattgewächse, welche auf den Kanaren endemisch sind. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Arten, diese hier ist recht klein. Grössere Arten wiederum haben Blattstände, die bis zu 40 cm Durchmesser aufweisen.

Eines der hübschen Dörfer auf dem Weg. Die farbigen Häuslein sind richtig an den Berghang geklebt.

Schliesslich gibt es im Nordosten Teneriffas, einige km nördlich von Santa Cruz, einen berühmten Sandstrand. Die Playa Las Teresitas vermittelt mit ihrem gelben Sand ein unwirkliches, fast schon karibisches Gefühl. Unwirklich ist es tatsächlich auch, wurde der Stand doch in den 1970-er Jahren aus der Sahara hierhin gebracht. Vor dem Strand lagen heute einige Kreuzfahrtschiffe, welche hier auf bessere, dh. Corona-freie Zeiten warten. Diese Ozean-Riesen geben ein jämmerliches Bild ab, die ganze Mannschaft ist zur Zeit wohl arbeitslos. Und wer weiss, wann es für Mann und Maus wieder auf grosse Fahrt geht.

Das kleine Dorf San Andrés liegt beim Strand, unter der Woche ist es hier eher ruhig, am Wochenende sieht das aber wohl anders aus. Hinter dem Strand gibt es viel Infrastruktur, von der leinen Bar bis zum grösseren Fischrestaurant ist alles vorhanden. Die Einheimischen von Santa Cruz verbringen hier offenbar ihre Wochenenden.

Einen Teil der Parkplätze durfte ich heute noch nicht benützen, bis es soweit ist, dauert es noch einen Monat und ein paar Tage. Wir fanden aber auch so einen Parkplatz.
