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- Kategorie: Mexico 10 / 11
Maya Dörfer ausserhalb von San Cristobal
San Cristobal ist eine der ersten Städte, welche die Spanier in Mexico anlegten. Sie liegt mitten in einem von vielen indigenen Völkern bewohnten Gebiet, welches auch heute noch von den verschiedenen Bräuchen und Trachten geprägt ist. Das erste, was uns bei der Ankunft in San Cristobal auffiel, sind die Häuser, welche mit ganz wenigen Ausnahme nur einstöckig sind. In den anderen Städten, welche wir besuchten, bestehen die historischen Zentren aus zwei- und dreigeschossigen Häusern. Hier bildet die Innenstadt ein geschlossenes Ganzes, kaum eines der kolonialen Gebäude wurde durch einen Neubau ersetzt, einige hingegen zu Hotels und Restaurants umgenutzt. Die Aussenfassaden sind jedoch immer noch weitgehend erhalten.
Chamula ist eine der umliegenden Gemeinden mit viel indigener Bevölkerung. Heute war dort gerade Markttag.

Die Kirche ist wie in den meisten Städten Miexicos auch hier der Mittelpunkt der Ortschaft. Der farbige Markt mit hauptsächlich Gemüse und Früchten fand auf dem grossen Platz vor der Kirche statt. Einige Stände mit Textilien boten allerlei Trachtenteile, Decken und auch Schuhe an.

Ein Imbiss-Restaurant war für uns Europäer nicht wirklich einladend, die Stühle wären für uns völlig ungeeignet, da viel zu klein. Die Mexikaner passen ausgezeichnet in diese Spielzeug Möbel, da sie sehr viel kleiner sind als wir.

Die Auslage grenzt auch in Chamula ein Angebot vom anderen ab. Die einzelnen Gemüse werden zu kleinen Häuflein aufgeschichtet. Jeder Marktstand fand eine andere Art der Präsentation, hier werden die zu verkaufenden Mengen gerade in einer Plastikschale ausgestellt.

Weiter entfernt von San Cristobal liegt Tenejapa. Die Strasse, welche über die Berge bis auf 2500 m.ü.M. führt, ist teilweise recht beschwerlich und auch nur noch teilweise vorhanden. Tope wechselt sich mit Schlagloch ab, hier fehlt gerade ein wesentlicher Teil der Strasse. Dank wenig Verkehr entsteht kein Stau. Dieses "Schlagloch" ist überhaupt nicht signalisiert, es liegt unmittelbar nach einer Kurve und kann so vorallem nachts schnell zum Desaster führen. Autofahren während der Nacht empfiehlt sich für Ortsunkundige in Mexico wirklich nicht.

In dieser Ortschaft fand gerade ein Kirchenfest statt. Alle Frauen sind festlich geschmückt, sie tragen eine ortsspezifische Tracht. Die Mayafrauen sind noch sehr traditionell und sind häufig mit ihrer Tracht unterwegs, auch an ganz normalen Tagen. Kinderwagen sind hier gänzlich unbekannt, der kleine Nachwuchs wird in farbigen Tüchern mitgetragen.

Farbige Bänder werden als Schmuck in die langen Zöpfe geflochten. Auch sonst ist die Kleidung sehr farbenfroh.

Interessiert beobachten Frauen und Kinder die Zeremonie, an der ausschliesslich Männer teilnehmen.

Der Umzug wird von einer grossen Musikkapelle angeführt, welche die Männer in die Kirche führt. Drinnen wird ein ohrenbetäubendes Konzert veranstaltet, welches an ein Guggenmusik-Konzert erinnert. Die Männer, welche am Umzug teilnehmen, sind auch in ihrer Tracht gekleidet und bei vielen ist der Alkohol-Pegel schon recht hoch, so dass ihr Schwerpunkt Mühe hat, immer genau an der richtigen Stelle zu liegen.

Unser Nachtessen servierte uns ein traditionelles Restaurant. Bereits zum Anfang der Karte entschuldigt sich das Lokal in Bezug auf Fast-Food. Die Zubereitung sei langsam und sorgfältig, Gut Ding will Weile haben. Das Motto lautet: Guten Appetit - Iss geschmackvoll - Sei geduldig.
Dann noch eine Bemerkung zur Bezahlung: Essen der einheimischen Bevölkerung verträgt sich nicht mit Plastik, man soll doch bitte mit Bargeld bezahlen.
