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- Kategorie: Mexico 10 / 11
Zuerst eine positive Überraschung mit Campeche, dann eine Enttäuschung
Auf unseren früheren Reisen in Yucatan liessen wir die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates Campeche einfach links liegen. Genauer genommen rechts liegen, denn wir fuhren auf der Schnellstrasse im Landesinnern daran vorbei, als wir nach Palenque fuhren. Ein grosser Fehler, wie sich heute herausstellte.

Viele Häuser der Innenstadt sind schön renoviert und die meisten zudem sehr farbig. Campeche wurde vor langer Zeit zum Schutz vor Seeräubern mit einer dicken Stadtmauer umschlossen, von der heute nur noch einige wenige Teile vorhanden sind.

Ursprünglich gab es lediglich zwei Tore in die Stadt, das meerseitige steht noch in voller Pracht. Am heutigen Sonntag nach Weihnachten ist am frühen Morgen noch nicht viel los in der Stadt, erst wenige Fussgänger sind unterwegs. Mittlerweile reichen die beiden Tore natürlich nicht mehr aus, viele zusätzliche Löcher wurden in die Mauer geschlagen.

Eine weitere Querstrasse, welche in den schönsten Farben erstrahlt. Glücklicherweise sind die Strassen nicht eng, so dass im Gegensatz zu unserer kürzlichen Sizilien-Reise keine unangenehmen Situationen entstanden. Der Verkehr fliesst zudem recht flüssig, die gerade nummerierten Strassen führen vom Meer weg und haben immer einen Stopp, die Questrassen hingegen geniessen immer Vortritt. Wenn die Logik einmal verstanden ist, fährt es sich recht einfach.

Nur etwa 60 km von Campeche entfernt liegt im Landesinnern Edzna, eine Maya-Ruinenstadt. Diese wird nur von wenigen Touristen besucht, da sie abseits der grossen Trampelpfade liegt. Der 5-geschossige Haupttempel ist eine Besonderheit, nirgendwo sonst in Yucatan wurde ähnliches gebaut. Der Haupttempel ist nur eine der vielen Anlagen, deren Ausmass sich nur noch erahnen lässt.

Auf diesem Bild zeigen sich die fünf Stockwerke eindrücklich. Auf einem quadratischen Grundriss wurde der Tempel erbaut. Die kleinen Menschlein im Vordergrund ergeben einen eindrücklichen Grössenvergleich.
Die ganze Anlage Edzna ist nicht sehr weitläufig und so konnte ich mit zwei Stöcken die An- und Rückwanderung gut meistern. Es hat sich gelohnt!
Von Edzna ging unsere Reise weiter bis Ciudad del Carmen. Der Name der Stadt versprach uns einen angenehmen Etappenort. Die letzten 140 km entlang dem Golf von Mexico führen meist unmittelbar dem Meer entlang oder dann nur wenige dutzend Meter im Landesinnern. Die Strecke war dann eher langweilig, eine Raserei durch die langweilige Gegend ohne Höhepunkte. Ciudad del Carmen selber ist eine Stadt, die stark von der Ölindustrie geprägt ist, dazu muss ich wohl nicht mehr sagen! Schade um den schönen Namen.
