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Ho-Chi-Minh-City: Schlusspunkt in Vietnam, erster Teil
Als wir am Nachmittag in Saigon ankamen, gingen wir zuerst in unser Hotel, um das Gepäck loszuwerden. Später machten wir uns auf den Weg, um ein Restaurant zu suchen. Und dann recht früh ab ins Bett.

Am nächsten Morgen ging’s dann zuerst mal in Richtung eines Marktes, wo vor allem Einheimische einkaufen. Der Binh Tay liegt im Chinesen-Viertel, wo es neben vielen kleinen Gassen auch winzige Restaurants und eine unglaubliche Menge an kleinen und noch kleineren Geschäften gab. In jedem Haus ist das Erdgeschoss entweder eine Werkstatt oder ein Laden mit irgendwelchen Dingen des täglichen, wöchentlichen oder zumindest jährlichen Gebrauchs.

Im Markt selbst gab es von allen Produkten unglaublich viele Varianten. Hier standen irgendwelche Nähaccessoirs zum Verkauf.

Bei Beerdigungen wird traditionell Geld verbrannt. Die lieben Toten brauchen auch im Jenseits finanzielle Mittel. Da das richtige Geld vor allem den Hinterbliebenen hilft, kaufen diese auf dem Markt solches Papiergeld. Australische Dollar, Euro und auch US$ sehen zwar einigermassen echt aus und können im Afterlife vielleicht von Nutzen sein, im richtigen Leben aber führen sie höchstens ins Gefängnis.

Tinkturen und Salbe, Sprays, sowie Tabletten werden ebenfalls in grossen Mengen verkauft. Tiger-Balsam erkannte ich wieder, alles andere hingegen nicht.

Überfluss war auch bei diesem Händler angesagt: Getrocknete Crevetten in allen Grössen waren sein Angebot. Es reicht nicht, nur eine oder zwei unterschiedliche Varianten zu offerieren, es müssen etwa 30 Sorten sein!

Nach all der Fülle war es wieder einmal Zeit für einen Tempel. Die Ba Thien Hau Pagoda wurde 1760 im Chinesenviertel erbaut.

Eine Dame posierte in einem traditionellen Kleid vor dem Eingang, gerade rechtzeitig, um mein Bild zu zieren.

Viel Rauch stieg von den Räucherstäbchen und -spiralen in den Himmel und nahm die guten Wünsche der Angehörigen mit zu den Toten der Familie sowie den Göttern.

Die Spiralen faszinieren mich immer wieder. Diese werden am unteren Ende angezündet und lassen dann während längerer Zeit den Rauch aufsteigen.

Ganz in der Nähe gibt es ein Museum der vietnamesischen Medizin, für uns heute einen Besuch wert. Auch hier waren einige Damen am Fotoshooting, gut passend für einen Farbtupfer in meinem Bild.

Diese Ginseng-Wurzeln liegen wohl schon viele Jahre in ihren Gläsern. Vor der Einlagerung in den Behältern wurden sie mit Gesichtern geschmückt.

Die Apotheker brauchten schon in früheren Zeiten hübsche Möbel und Dekorationen. Einige davon fanden sich im Museum.

Die einzelnen Schubladen enthielten früher wohl verschiedene Kräuter und andere Produkte, welche gegen diverse Leiden eingesetzt wurden. Ruth hätte daran ihre Freude gehabt, all die Geheimnisse, die es in den kleinen Schubladen zu entdecken gäbe!

Nach dem Nachtessen machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Der Weg vom Restaurant zum nächsten möglichen Haltepunkt für ein Taxi führte durch eine der Walking-Streets, wo laute Bars sich mit ebensolchen Restaurants abwechselten. Weder Paul noch ich mochten hier länger verweilen.
