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- Kategorie: Fast ein Tagebuch
Perlenzucht in der Halong Bay, Vietnam
Während unseres Ausfluges in die Halong-Bay in der Nähe von Hanoi im Norden Vietnams, stand heute ein Besuch in einer Perlenzucht auf dem Programm. Ich sah schon öfter Perlen-Verkaufsgeschäfte, noch nie aber eine einigermassen gute Dokumentation der Perlenzucht. Eine gute Gelegenheit, meine Wissenslücken zu schliessen, welche ich heute gerne nutzte!

Die Zuchtanlage steht auf einer schwimmenden Plattform innerhalb der grossen Halong-Bucht. Die grösseren Schiffe können hier nicht anlegen, ein kleineres Beiboot bringt die Gäste vom Schiff zur Plattform.

Die Anlage ist eine Kooperation zwischen Vietnam und Japan, offenbar sind die Japaner fleissige Perlenkäufer.

Unsere Führerin erklärte die Art und Weise wie die Perlen gezüchtet werden. Zuerst werden die jungen Perlen aus Eiern und Sperma gezeugt und kommen, sobald sie eine gewisse Grösse erreicht haben, in solche Körbe und Gitter. In diesen Behältnissen werden sie von im Meer schwimmenden Gerüsten ins Wasser gelassen. Die Muscheln selber werden nicht gefüttert, sie nehmen ihre Nahrung aus dem Meer auf. Alle paar Wochen werden die einzelnen Behälter aus dem Meer hoch gezogen und aussen gereinigt. Es bilden sich häufig Alten und andere Schädlinge auf der Oberfläche. Diese müssen entfernt werden, da sie das Wachstum der Muscheln hemmen würden.

An vielen Stellen der Bucht finden sich solche weissen Kunststoff-Flaschen, welche den Befestigungsstangen der Muschel-Gestelle Auftrieb geben.

Die Muscheln mit einer gewissen Grösse werden mit diesen Klammern aufgespreitzt und ein sogenannter Perlwn-Samen wird der Muschel ins Fleisch eingepflanzt. Dieser Fremdkörper wird von der Muschel mit der Perlenmasse überzogen.

Im Vordergrund liegen auf den quadratischen, dunklen Holzbrettchen dünne Streifen einer Muskelmasse von anderen Austern. Teile dieser Streifen werden zusammen mit dem Perl-Samen eingesetzt, je nach Muschelart, von welcher die Muskelmasse stammt, nimmt die Perle schliesslich eine andere Farbe an.

Die weissen Kügelchen sind die Perl-Samen, welche aus aufbereitetem Perlmutt hergestellt werden. Nach 2-3 Jahren kann die fertige Perle geerntet werden. Das graue Kügelchen am linken Rand entnahm unsere Führerin gerade live einer ernte-reifen Perle. Die Grösse der Kugel hat sich im Laufe der Zeit lediglich etwa verdoppelt, der Preis hingegen ver-x-facht! Die Muschel überlebt die Prozedur selbstverständlich nicht.

Die fertigen Perlen werden in der Farm zum Kauf angeboten, die meisten davon in Form von Ketten, aber auch Ohrstecker sind verfügbar. Die Preise bewegen sich von wenigen US$ bis zu zu 26’000 US$. Auf letztgenannten waren aber auch etwa 30 sehr grosse Perlen aufgereiht.

Einzelne Ketten hatten Perlen in schönstem Weiss, andere wiederum bestanden aus schwarzen Perlen, diese Kette hingegen reihte silbrig-graue Perlen auf. Eine solche Kette wechselt für etwa 660 CHF den Besitzer.
